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Lavazza in der Kaffee-Krise : „Es drohen die schwersten Jahre seit einem halben Jahrhundert“

Fast alles automatisiert: ein Blick in die Lavazza-Fabrik in Turin Bild: Lavazza

Der italienische Kaffeehersteller Lavazza beklagt die Kostenexplosion. Doch die Familie stehe zum Unternehmen. Nespresso und Starbucks machen ihnen keine Angst.

          5 Min.

          Eine Kaffeebohne in transformiertem Zustand in unsere Tassen zu bringen ist ein äußerst beschwerlicher Prozess: Ein Kaffeebaum muss in den tropischen Ländern bis zur ersten Ernte drei bis fünf Jahre wachsen. Die Kaffeekirschen können im unebenen Gelände nur mit der Hand gepflückt werden. Dann kommen das Schälen, das mehrfache Handverlesen, das Waschen, das Trocknen in der Sonne und anschließend der Transport – oft um die halbe Welt, um die Bohnen zu rösten, unter Umständen zu mahlen und danach in der gewünschten Dosis und Verpackung zum Kunden zu bringen.

          Christian Schubert
          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland.

          Beim Kaffeehersteller Lavazza in Turin kann man das Ende dieses langen Weges beobachten. Menschen werden für die mühsamen Arbeiten fast nicht mehr gebraucht. Vollautomatische Maschinen greifen sich Magazine voller Kaffeekapseln, drehen sie, befüllen sie mit Kaffeepulver, beschießen sie mit Stickstoff für die luftdichte Verpackung, durchleuchten sie für die Kontrolle, bedrucken sie mit Nummern für die Nachverfolgung, setzen sie in Schachteln, stellen sie auf Paletten, umwickeln diese mit Plastik, transportieren sie ins Lager. Fließbänder schlängeln sich durch das Gebäude und fahren wie Wendeltreppen ins obere Stockwerk. 700 Kapseln haut eine neue Fertigungslinie heraus – je Minute. Zwei Personen genügen zum Steuern der Anlage. Kein Körnchen Kaffee geht verloren. Bei einer älteren Fertigungslinie nebenan sieht man dagegen Kaffeestaub an den Rändern. Sie wird bald ausrangiert, dabei stammt sie erst aus dem Jahr 2015, wie der Werksleiter berichtet.

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