https://www.faz.net/-gqe-96tj4

Sportmode : Der Lululemon-Chef muss plötzlich gehen

  • Aktualisiert am

In einem Lululemon-Laden in New York. Bild: Picture-Alliance

Lululemon macht teure Kleidung für Yoga und Sport. Plötzlich wird der Firmenchef gefeuert. Was er getan hat – unklar.

          1 Min.

          Der Chef des Yogakleidung-Herstellers Lululemon hat plötzlich seinen Posten abgegeben. Wie erst in der Nacht zu Dienstag bekannt wurde, trat er schon am Freitag zurück. Laurent Potdevin habe sich nicht an die Verhaltensregeln gehalten, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens aus dem kanadischen Vancouver – doch was er genau getan hat, bleibt unklar.

          „Lululemon erwartet von allen Mitarbeitern, dass sie höchste Standards an Integrität und Respekt füreinander einhalten, und Herr Potdevin hat das nicht getan“, heißt es. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, es habe sich nicht um ein einzelnen Vorfall gehandelt. Der „Financial Times“ zufolge sind die Begebenheiten nicht veröffentlicht worden, um die Betroffenen zu schützen.

          Fünf Millionen Dollar Abfindung

          Lululemon begann sein Geschäft mit teurer Yogabekleidung – machte sich aber nicht unbedingt bei allen beliebt. Auch Unternehmensgründer Chip Wilson stolperte über eine Frage guten Geschmacks. Er beschwerte sich über den Umfang seiner Kundinnen: Eine Yogahose ließ die Unterwäsche durchscheinen, Wilson entgegnete „Die Körper einiger Frauen funktionieren in den Hosen tatsächlich nicht.“ Wilson musste zurücktreten, 2014 übernahm Potdevin die Unternehmensführung und erweiterte das Sortiment hin zu breiter nutzbarer Sportbekleidung. Bis 2020 will das Unternehmen seine Umsätze so um 40 Prozent auf vier Milliarden Dollar im Jahr steigern. Auf diesem Weg sei das Unternehmen nach wie vor, teilte es ebenfalls am Montag mit.

          lululemon athletica

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Potdevin bekommt nun offenbar insgesamt fünf Millionen Dollar an Abfindung: 3,3 Millionen Dollar sofort, den Rest innerhalb der nächsten 18 Monate. Einer Meldung an die Börsenaufsicht zufolge darf er das Unternehmen im Gegenzug nicht verklagen. Vorerst soll Aufsichtsratschef Glenn Murphy das Unternehmen leiten, drei Manager aus der zweiten Reihe übernehmen zusätzliche Aufgaben.

          An dem plötzlichen Rauswurf gibt es Kritik. „Die Ankündigung von heute ist sehr vage und schadet dem Unternehmen“, glaubt der Marktforscher Neil Saunders in einer E-Mail an Reuters. „Das Unternehmen ist stolz auf seine Offenheit und Transparenz, darum sollte es einen ehrlichen Dialog mit seiner Umgebung haben.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Astra-Zeneca-Ablehnung : Zweifel macht wählerisch

          Der Astra-Zeneca-Impfstoff wird für Menschen über 60 empfohlen. Doch die wollen ihn oft nicht haben und bemühen sich lieber um Impfstoffe von Biontech oder Moderna. Haben die Jüngeren deshalb das Nachsehen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.