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Larry Page : Das Gesicht von Google

Larry Page Bild: REUTERS

Larry Page war auf der Suche nach Patenten für die Android-Plattform - und nahm mit Motorola gleich einem ganzen Handy-Hersteller mit. Der Google-Gründer ist in seiner neuen Chef-Rolle angekommen.

          Anfang April dieses Jahres hat beim Internetkonzern Google eine neue Ära begonnen: Larry Page, neben seinem ehemaligen Stanford-Kommilitonen Sergej Brin einer der beiden Gründer des Unternehmens, übernahm den Posten des Vorstandsvorsitzenden von Eric Schmidt. Der Wechsel war schon im Januar (von Schmidt selbst per Kurznachrichtendienst Twitter) angekündigt worden. Seither ist der 38 Jahre alte Page, der Sohn eines Informatikers und einer Programmiererin aus Michigan, alleiniger Google-Chef. Schmidt hat sich seither auf die Position eines geschäftsführenden Verwaltungsratsvorsitzenden zurückgezogen.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          Damit wurde Page zum neuen Gesicht des wichtigsten Internetkonzerns der Welt. Und für jemanden, der sich bislang im Hintergrund sehr viel wohler zu fühlen schien als in der breiten Öffentlichkeit, war das unmittelbar nach seinem Amtsantritt mit einigen Schwierigkeiten verbunden: Er hatte zunächst keine überragenden Quartalszahlen zu verkünden und machte dabei obendrein keine gute Figur. Heute, nur ein paar Monate später, ist Page in seiner Rolle als Vorstandschef angekommen. Wie selbstverständlich parlierte er zur nächsten Vorlage von Quartalszahlen mit Analysten. Er verbreitete Zuversicht, dass Google neben seiner hochlukrativen Suchmaschine starke Säulen aufbauen kann. Page versprach, Kostendisziplin zu wahren und sich mit exotischen Projekten (für das er die Motorola-Akquisition offenbar nicht hält) zurückzuhalten. Eine wichtige Neuerung hatte unmittelbar vor seinem Auftritt positive Resonanz bekommen: das soziale Netzwerk Google+, auf dessen Entwicklung er maßgeblichen Einfluss hatte. Schon im Mai hatte Page das mobile Bezahlsystem "Google Wallet" vorgestellt. Wallet eröffnet die Möglichkeit, per Handy statt mit der Kreditkarte oder bar zu bezahlen. Voraussetzung dafür ist ein entsprechendes Lesegerät.

          So hat Page Google wieder in die Offensive gebracht. Die wichtigste Aufgabe von Page ist es, Google neue Umsatzquellen zu erschließen. Denn bisher speist sich die Finanzkraft von Google allein aus der Werbung, die neben Ergebnissen der Google-Suchmaschine eingeblendet wird. Erfolg mit Google+ auf dem Gebiet der Social-Media-Kanäle ist deshalb auch für Googles Kerngeschäft der Suche relevant. Denn viele Internetnutzer umgehen inzwischen die klassischen Suchmaschinen und holen sich dafür häufiger Informationen über soziale Netzwerke. Andere Produkte wie die Handy- und Tabletsoftware Android sind zwar erfolgreich, aber keine Umsatzsäulen und mit erheblichen Patentstreitigkeiten konfrontiert - was sich mit dem Kauf von Motorola Mobility nun ändern soll.

          Page will Google wieder mehr zu einem Start-up-Unternehmen machen, mit weniger Bürokratie. Bisher sieht es danach aus, dass der verheiratete Vater eines Sohnes dabei erfolgreich sein könnte. Sein eigenes Milliardenvermögen investiert Page unterdessen in Ökounternehmen und in eine Hightech-Hochschule.

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