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Landesbanken : BayernLB stellt sich wieder auf Gewinnrückgang ein

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Die Europäische Kommission will die Restrukturierung der verstaatlichen Bayern LB genau prüfen Bild: dpa

Die BayernLB hat nach ihrer schweren Krise 2010 wieder Gewinn gemacht. Für das laufende Jahr sind die Aussichten allerdings gedämpfter. Das Desaster um den Fehlkauf der Hypo Alpe Adria hatte der Landesbank Milliardenverluste beschert. Deren ehemaliger Chef ist nun in einem Untreueprozess freigesprochen worden.

          Die Bayerische Landesbank ist im Geschäftsjahr 2010 mit Kosteneinsparungen und geringerer Risikovorsorge im Kreditgeschäft vor Steuern in die Gewinnzone zurückgekehrt. Wie die zweitgrößte staatliche Bank in Deutschland am Mittwoch aus München mitteilte, betrug der Vorsteuergewinn 885 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte die BayernLB einen Verlust in Höhe von 2,77 Milliarden Euro vorgelegt.

          Bei ihrem Ausblick für 2011 blieb die Bank jedoch vorsichtig. Sie geht davon aus, vor Steuern profitabel zu bleiben, erwartet aber ein niedrigeres Ergebnis als 2010. Während der weltweiten Finanzkrise hatte die BayernLB 10 Milliarden Euro an Kapital von der bayerischen Staatsregierung erhalten. Der Freistaat hält nun 96 Prozent der Anteile.

          Unter Beobachtung

          2008 hatte die Bank Pläne für eine Neuausrichtung und den Abbau von Arbeitsplätzen bis 2013 vorgestellt. Dies war eine Voraussetzung, um die Zustimmung der Europäischen Union für die Rettungsaktion zu erhalten. Die Europäische Kommission will die Restrukturierung der BayernLB unter Führung des Vorstandsvorsitzenden Gerd Häusler prüfen und bewerten. Die BayernLB teilte am Mittwoch mit, Finanzvorstand Stefan Ermisch werde zum 30. April ausscheiden. Als Nachfolger wurde Stephan Winkelmeier, 43, berufen.

          Für 2009 hatte die BayernLB den zweiten Jahresverlust in Folge berichtet. Grund dafür war die Abschreibung der Beteiligung an der Hypo Alpe Adria , nachdem die angeschlagene Bank vom österreichischen Staat übernommen worden war.

          Ehemaliger Hypo-Alpe-Adria-Chef freigesprochen

          Ein Gericht im österreichischen Klagenfurt nun hat den früheren Chef der skandalgeplagten Hypo Alpe Adria, Wolfgang Kulterer, vom Vorwurf der Untreue im Zusammenhang mit der Vergabe zweier Kredite freigesprochen. Der 57-Jährige könne für den der Bank entstandenen Schaden von mehr als zwei Millionen Euro nicht verantwortlich gemacht werden, hieß es. Die Staatsanwaltschaft hatte Kulterer und zwei weiteren Bankmanagern vorgeworfen, der Fluggesellschaft Styrian Spirit und einem Privatdetektiv auf eine Bitte des verstorbenen Kärntner Rechtspopulisten Jörg Haider hin unberechtigterweise Kredite genehmigt zu haben. Nach der Entscheidung des Gerichts kündigte sie an, das Urteil anfechten zu wollen.

          Kulterer, der bis zum Jahr 2006 an der Spitze der Bank stand, war im Jahr 2008 wegen Bilanzfälschung zu einer Strafe von 140.000 Euro verurteilt worden. Im vergangenen Jahr gab die inzwischen zum größten Teil staatliche BayernLB die HGAA an Österreich zurück. Der Verwaltungsrat der BayernLB beschloss Ende Oktober, acht frühere Vorstände der Bank für das entstandene Milliardendesaster auf Schadenersatz zu verklagen, falls diese nicht freiwillig zahlten.

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