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Landesbank Rheinland-Pfalz : Landesbank in Mainz umwirbt das Land

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"Es gibt Anpassungsnotwendigkeiten bis zum Jahr 2005." Mit diesen knappen Worten hat Klaus Adam, Vorstandsvorsitzender der einzigen deutschen Landesbank, an der das Bundesland nicht beteiligt ist, Stellung bezogen zu Fragen der künftigen Eigentümerstruktur der zehntgrößten deutschen Landesbank.

          "Es gibt Anpassungsnotwendigkeiten bis zum Jahr 2005." Mit diesen knappen Worten hat Klaus Adam, Vorstandsvorsitzender der einzigen deutschen Landesbank, an der das Bundesland nicht beteiligt ist, Stellung bezogen zu Fragen der künftigen Eigentümerstruktur der zehntgrößten deutschen Landesbank. Der Präsident des Deutschen Sparkassenverbandes, Dietrich Hoppenstedt, hatte dieser Tage gesagt, Minderheitsbeteiligungen von Landesbanken an anderen Landesbanken hätten sich nicht bewährt (F.A.Z. vom 13. März). An der Landesbank Rheinland-Pfalz sind die WestLB mit 37,5 Prozent und die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) mit 12,5 Prozent beteiligt; 50 Prozent hält der Sparkassen und Giroverband Rheinland-Pfalz. Dessen Präsident Hans-Otto Streuber hatte in einem Zeitungsinterview gesagt, es sei ein Handicap, daß das Land nicht beteiligt sei. Auch gehe es nicht an, daß die WestLB erst im Jahre 2005 entscheide, was mit ihrem Anteil geschehe. Adam sagte bei der Bilanzvorlage verschmitzt, seinem Verbandspräsidenten wolle er nicht widersprechen. "Wir reden mit unseren Eigentümern - unter interessierter Begleitung des Landes", fügte er knapp hinzu. In der Immobilienfinanzierung gehen die drei Landesbanken getrennte Wege. Man ist übereingekommen, daß die WestLB zusätzlich zu ihrem 50-Prozent-Anteil die Beteiligungen übernimmt, die LBBW und LRP an der Westdeutschen Immobilienbank halten. Erst bis 2005, wenn die Staatshaftung wegfalle und ein schlechteres Rating droht, müsse die LRP aufgestellt sein, sagte Adam. "Die Ratingagenturen haben klar gesagt, daß eine Beteiligung des Landes ein besseres Rating nach sich zieht. Wir müssen alles tun, um ein A-Rating zu behalten." Am Rande der Bilanzpressekonferenz war zu hören, die Landesbank habe gute Chancen, bald zumindest eine stille Einlage des Landes zu erhalten. Wie in Rheinland-Pfalz das Strategiekonzept des Sparkassen und Giroverbandes umgesetzt wird, ließ Adam offen. Die Landesbank, die sich als Investmentbank für den Mittelstand definiert, setze auf ein eigenes Geschäftsmodell, das zu den Strukturen von Rheinland-Pfalz paßt.

          2002 hat die LRP einen Jahresüberschuß von 75 (Vorjahr: 100) Millionen Euro erzielt. Das Eigenkapital wurde um 328 Millionen Euro auf 3,4 Milliarden Euro aufgestockt. Die Risikovorsorge blieb mit 90 (87) Millionen Euro im Rahmen. "Spektakuläre Groß- oder Klumpenrisiken sind bei uns nicht auffällig geworden", sagte Adam. (ham.)

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