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Landesbank : Milliarden-Garantien helfen West LB

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Bis zum Jahr 2012 sollen insgesamt 1350 Arbeitsplätze abgebaut werden Bild: dpa

Die Garantien des Landes und der Sparkassen in Höhe von 5 Milliarden Euro zeigen Wirkung. Der Umbau der Landesbank kommt voran. Doch weitere negative Folgen der Finanzkrise sind nicht auszuschließen.

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          csc. DÜSSELDORF, 28. August. Die angeschlagene West LB hat im ersten Halbjahr 2008 dank der Garantien ihrer Eigentümer einen Konzerngewinn von 580 Milliarden Euro verbucht nach einem durch Fehlspekulationen verursachten Verlust von 168 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Auch für das Gesamtjahr werde trotz der abflauenden Konjunktur und der ungewissen Marktaussichten ein deutlich positives Ergebnis nach Steuern erwartet, ließ Finanzvorstand Hans-Jürgen Niehaus mitteilen.

          Allerdings könnten weitere negative Folgen der Finanzmarktkrise auf das Geschäft mit klassischen Rentenpapieren wie Pfandbriefen und Staatsanleihen nicht ausgeschlossen werden. Geprägt ist der Halbjahresabschluss durch die Garantien, mit denen das Land Nordrhein-Westfalen und die NRW-Sparkassen die WestLB im Frühjahr vor dem Zusammenbruch bewahrt hatten. Sie bürgen mit 5 Milliarden Euro für riskante Anlagen der drittgrößten deutschen Landesbank in Höhe von 23 Milliarden Euro. Durch die damit verbundene Veräußerung von besonders von der Krise betroffenen Wertpapieren an eine Zweckgesellschaft erzielte die Bank einen Übertragungsgewinn von 962 Millionen Euro. Dadurch verbesserte sich das zuvor stark negative Handelsergebnis deutlich.

          EU-Kommission wertet die Garantien als öffentliche Beihilfe

          Der Zinsüberschuss sank auf 561 (583) Millionen Euro, der Provisionsüberschuss auf 193 (233) Millionen Euro. Auch das Ergebnis aus Finanzanlagen fiel deutlich niedriger aus. Unter Berücksichtigung aufgelöster Rückstellungen wird das Ergebnis durch Risikovorsorge für gefährdete Kredite in Höhe von 186 Millionen Euro belastet.

          Die Neustrukturierung der Bank komme gut voran, hieß es. Die Verwaltungskosten wurden um 47 auf 756 Millionen Euro reduziert. Die Zahl der Stellen ist seit Ende 2007 um 153 auf knapp 6000 gesunken. Bis zum Jahr 2012 sollen insgesamt 1350 Arbeitsplätze abgebaut werden. Der Restrukturierungsaufwand beläuft sich auf 204 Millionen Euro. Der EU-Kommission ist am 8. August ein Plan zur Umstrukturierung eingereicht worden, der die Konzentration auf das Kerngeschäft mit den vier Säulen Verbund/Immobilien, Firmenkunden/Strukturierte Finanzierung, Kapitalmarktgeschäft und Transaction-Banking vorsieht. Die darin geplante Senkung der Risikoaktiva um 36 Prozent und der Bilanzsumme um 26 Prozent sei bereits eingeleitet. Erklärtes Ziel ist es, bis 2012 eine Eigenkapitalrendite vor Steuern von mindestens 14 Prozent zu erreichen.

          Die Kommission wertet die Garantien der Eigentümer bekanntermaßen als eine öffentliche Beihilfe. Gefordert werden ein Eigentümerwechsel bis Ende des Jahres und ein umfassender Umbau der Bank. Die WestLB sei „offen für jede betriebswirtschaftlich sinnvolle Bündelung von Kräften und Kompetenzen“, sagte Vorstandsvorsitzender Heinz Hilgert laut der Mitteilung.

          Zuletzt war über ein Zusammengehen mit der Deka-Bank und der Helaba spekuliert worden. Diesem Vorhaben hat Franz Waas, der Vorstandsvorsitzende der Dekabank, aber eine Absage erteilt.

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