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Landesbank : HSH Nordbank bekommt drei Milliarden Euro

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Die HSH Norbank galt einst als bedeutender Schiffsfinanzierer - in der Finanzkrise aber hat sich die Bank kräftig verspekuliert Bild: dpa

Die Hauptversammlung der krisengeschüttelten HSH Nordbank hat am Mittwoch eine Kapitalerhöhung beschlossen. Ohne frisches Eigenkapital hätte die Finanzaufsicht die Landesbank von Hamburg und Schleswig-Holstein dicht gemacht.

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          Die Hauptversammlung der krisengeschüttelten HSH Nordbank hat am Mittwoch eine Kapitalerhöhung beschlossen. Die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein pumpen drei Milliarden Euro in die Landesbank, die wegen ihres Engagements in riskante Kredit- und Wertpapiere ins Straucheln geraten ist. Ohne frisches Eigenkapital hätte die Finanzaufsicht die Bank dicht gemacht.

          Die HSH Nordbank ist bislang zu je 30 Prozent im Besitz der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein. Rund 15 Prozent halten die schleswig-holsteinischen Sparkassen, etwa 25 Prozent eine Gruppe um den amerikanischen Investor J.C. Flowers, der auch an der vor der Verstaatlichung stehenden Hypo Real Estate beteiligt ist.
          Nach monatelangem politischen Tauziehen hatten sich Hamburg und Schleswig-Holstein zu der notwendigen Kapitalaufstockung bereitererklärt. Sparkassen und
          Flowers wollen bei der Kapitalerhöhung nicht mitziehen, wodurch sich ihr bisheriger Anteil stark verwässern wird. In Folge der Kapitalerhöhung werden die Länder mehr als 80 Prozent Anteil haben (bisher 60), der Großinvestor J.C. Flowers unter 10 Prozent Anteil zurückfallen.

          Bank steht vor radikalem Konzernumbau

          Der Beschluss über die Erhöhung des Grundkapitals der Gesellschaft wurde laut Mitteilung einstimmig bei 100-prozentiger Präsenz des Grundkapitals gefasst. Ein Scheitern des Vorhabens war jedoch von vornherein ausgeschlossen, denn für den Beschluss reichte nach dem neuen Finanzmarktstabilisierungsgesetz die einfache Mehrheit aus, die allein die Länder erreichten mit ihren Stimmen.

          Die Bank steht nun vor einem radikalen Konzernumbau: Die Bilanzsumme soll um die Hälfte schrumpfen, nicht zum Kerngeschäft gehörende Bereiche und risikobehaftete Papiere werden in eine interne Abwicklungsgesellschaft ausgelagert, bis 2012 wird jeder vierte der 4300 Arbeitsplätze gestrichen.

          Die Hilfen der Länder müssen noch von der EU-Kommission genehmigt werden, wodurch der HSH Nordbank harte Auflagen drohen. Die West LB wurde ebenfalls mit staatlichen Geldern gestützt und muss nun auf Druck der EU bis Ende 2011 verkauft werden (siehe Brüssel billigt West-LB-Hilfen mit harten Auflagen). Auch staatliche Hilfen für die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und die Bayern LB nimmt die EU unter die Lupe.

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