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L’Oréal-Konzern : Liliane Bettencourt droht Entmündigung

Liliane Bettencourt Bild: Reuters

Die französische Millionenerbin Liliane Bettencourt könnte möglicherweise bald die Kontrolle über ihre Geldgeschäfte verlieren. Drei Ärzte sprachen sich dafür aus, die 88-Jährige L'Oréal-Haupteignerin unter „verstärkte Pflegschaft“ zu stellen.

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          Die Millionenerbin des L’Oréal-Konzerns, Liliane Bettencourt, ist nicht mehr im Vollbesitz ihrer Kräfte. Zu diesem Befund sind drei von einem Vormundschaftsgericht ernannte Mediziner in Frankreich gekommen. Daher empfehlen sie, dass die 88 Jahre alte Bettencourt unter „verstärkte Pflegschaft“ gestellt wird. Dabei handelt es sich um eine etwas abgeschwächte Form der Vormundschaft. Ein Bevollmächtigter würde damit unter Aufsicht die Finanzen der reichsten Frau Europas verwalten.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Die Ärzte haben die Krankenakte der Großaktionärin des Kosmetikkonzerns studiert und daraus den Schluss gezogen, dass sie sowohl körperlich als auch mental deutlich abgebaut habe. Sie leide unter einer Gehirnkrankheit. Der medizinische Befund ist ein schwerer Rückschlag für die betagte Dame. Er muss von einem Vormundschaftsgericht allerdings noch bestätigt werden, um sich juristisch auszuwirken. Seit Jahren kämpft Bettencourt vor Gericht gegen ihre Tochter Françoise Bettencourt-Meyers, die sie nicht mehr für zurechnungsfähig hält. Nach deren Darstellung wird Bettencourt von Beratern und Bekannten finanziell ausgenutzt. Dies führe zu falschen Anlageentscheidungen, wie unlängst die Investition von 143 Millionen Euro in einen Anbieter von Online-Poker, argumentiert die Tochter. Ihr Mandat im Verwaltungsrat von L’Oréal, das erst im April um vier Jahre verlängert worden ist, könnte Bettencourt nach Ansicht von Anwälten unter Umständen aber behalten.

          Die Familie Bettencourt besitzt etwas mehr als 30 Prozent des L’Oréal-Kapitals, der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé 29,7 Prozent. Ihr Rücktritt könnte das fein austarierte Gleichgewicht im Konzern durcheinander bringen. Schon im Januar hatte Bettencourt zugestimmt, unter einen speziellen Schutz-Status gestellt zu werden. Dabei konnte sie aber ihren Anwalt als Vertreter benennen und weiterhin die wichtigen Entscheidungen selbst treffen. Jetzt dagegen droht ihr zumindest teilweise eine Entmündigung. chs.

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