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Jüngste Milliardärin der Welt : Kylie Jenner schlägt sie alle

  • Aktualisiert am

Kylie Jenner auf den MTV Video Music Awards im August 2018 in New York Bild: AFP

Das Küken des Kardashian-Jenner-Clans ist die jüngste Milliardärin der Welt. Sie hat ihre ganze Familie übertroffen – und mit Kosmetik sogar Facebook-Gründer Mark Zuckerberg geschlagen.

          Seit der Nacht zum Mittwoch wissen wir: Der reichste Mensch der Welt ist ein Mann. Der zweitreichste auch. Und Platz drei belegt ebenfalls ein Mann. Doch nach der Veröffentlichung der neuen „Forbes“-Liste der reichsten Menschen rund um den Globus steht keiner dieser Männer im Mittelpunkt. Sondern eine Frau: Kylie Jenner. Kosmetik und Instagram haben sie zur bislang jüngsten Selfmade-Milliardärin der Welt gemacht – mit zarten 21 Jahren.

          Geschätzt eine Milliarde Dollar (etwa 885 Millionen Euro) befinden sich auf dem Konto des Social-Media-Stars, die allein auf Instagram 128 Millionen Follower hat. Dort kommentierte Jenner die Nachricht denn auch mit einem Foto und den Worten „Danke, Forbes“. Dem Magazin sagte sie: „Ich hatte nichts erwartet. Ich habe diese Zukunft nicht vorhergesehen. Aber die Anerkennung fühlt sich sehr gut an.“

          Schon im Juli vergangenen Jahres hatte „Forbes“ vorhergesagt, dass die Amerikanerin in jüngerem Alter Dollar-Milliardärin werden könnte, als der Facebook-Gründer und -Chef Mark Zuckerberg es war. Das hat sich nun bewahrheitet. Als ihre Schwester Kim Kardashian berühmt wurde, ging Kylie Jenner noch auf die Grundschule. Rund zehn Jahre später hat das jüngste Mitglied der berühmten amerikanischen Großfamilie alle anderen übertroffen.

          Mutter mit 20

          Geboren wurde Jenner 1997 als Tochter von Kris Jenner und dem früheren Zehnkampf-Olympiasieger Bruce Jenner, der seit 2015 als Frau lebt und sich den Namen Caitlyn gegeben hat. Inzwischen sind die beiden getrennt. Kylie Jenner hat eine Schwester – Kendall Jenner, erfolgreiches Model – und zahlreiche Halbgeschwister: Aus der Ehe ihrer Mutter Kris mit dem 2003 gestorbenen Star-Anwalt Robert Kardashian gingen Kim, Rob, Kourtney und Khloé hervor, Caitlyn Jenner hat insgesamt sechs Kinder.

          Dank des Strafverteidigers Robert Kardashian brachte es die Familie schon in den neunziger Jahren zu einer gewissen Prominenz. Kardashian hatte geholfen, im spektakulärsten Mordprozess des Jahrhunderts einen Freispruch für Footballstar O. J. Simpson zu erwirken.

          Das Leben des riesigen Jenner-Kardashian-Clans wird seit 2007 mit der Serie „Keeping Up with the Kardashians“ fürs Fernsehen dokumentiert. Als alles begann, war Kylie noch eine niedliche Grundschülerin und spielte an der Seite ihrer berühmten Schwester Kim Kardashian nur eine kleine Nebenrolle. Aber nach und nach wuchs sie vor den Augen der Fernsehzuschauer zu einer selbstständigen Prominenten heran und ist inzwischen sogar selbst Mutter. Gemeinsam mit Rapper Travis Scott zieht sie Tochter Stormi auf, die gerade ein Jahr alt geworden ist.

          Wirklich „self-made“?

          Von klein auf konnte Jenner ihre Schwestern dabei beobachten, wie sie sich selbst in den sozialen Netzwerken vermarkteten und damit viel Geld verdienten – und sie zog nach. Jenner startete 2015 eine Kosmetiklinie und warb online für das zunehmend boomende Geschäft mit Lippenstift und Puder. Nicht nur auf Instagram ist Jenner ein Star. Auch auf Snapchat und Twitter folgen der jungen Frau Millionen Menschen.

          900 Millionen Dollar soll ihre Firma laut „Forbes“ inzwischen wert sein. Für alle anderen Auftritte und Jobs managt Mutter Kris Jenner ihre Tochter – wie auch all ihre anderen Kinder – und streicht dafür zehn Prozent ein. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Kylie Cosmetics 360 Millionen Dollar, 9 Prozent mehr als noch im Jahr 2017. Bloomberg vergleicht Jenners Unternehmen mit vier großen börsengehandelten Kosmetikfirmen: L’Oreal SA, Inter Parfums Inc., Estee Lauder Cos. und Elf Beauty Inc. Jenners Firma hat indes fast die komplette Wertschöpfungskette ausgelagert: Herstellung und Design werden von Seed Beauty übernommen, um den Vertrieb kümmert sich Shopify. Details über die Zusammenarbeit sind nicht bekannt und könnten Bloomberg zufolge die Bewertung des Unternehmens beeinflussen. 

          Allerdings gibt es auch Kritik am „Forbes“-Bericht: Jenner habe sich ihre Milliarden nicht allein durch ihren Geschäftssinn verdient. Auf Twitter schäumen viele Leute über die Formulierung „self-made“, besonders häufig wird ein Wörterbuch-Eintrag geteilt, der „self-made“ als „ohne Hilfe durch andere“ definiert. Schließlich habe sie das Geld zwar nicht geerbt, ohne die Berühmtheit ihrer Familie wäre ihr Unternehmen aber wohl nicht so schnell so erfolgreich geworden. Jenner ist das durchaus bewusst. „Ich hatte schon so eine starke Reichweite, bevor ich in der Lage war, irgendetwas zu starten“, sagte sie. „Das ist die Stärke von Social Media.“

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