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Deutsche-Bank-Kommentar : Kurze Leine für HNA

Wolken ziehen über der Zentrale der Deutschen Bank im Frankfurter Bankenviertel hinweg. Bild: dpa

Der größenwahnsinnige chinesische Großaktionär der Deutschen Bank wird von Peking zurückgepfiffen – das Frankfurter Geldhaus sollte sich darüber freuen.

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          Auch wenn der ohnehin schon niedrige Aktienkurs der Deutschen Bank durch den erwarteten Anteilsverkauf des chinesischen Mischkonzerns HNA weiter sinkt: Diesen wankenden Großaktionär loszuwerden, darüber kann Deutschland größtes Geldinstitut nur froh sein.

          Gerade mal eineinhalb Jahre nachdem das als Fluglinie auf einer Tropeninsel in China gestartete Unternehmen äußerst selbstbewusst in Frankfurt als größte Anteilseigner aufgetreten war, tritt es wohl schon wieder ab und folgt damit kleinlaut dem Befehl der chinesischen Regierung. In knapp drei Jahren hatte HNA in aller Welt für mehr als 40 Milliarden Dollar Beteiligungen angehäuft – auf Kredit. Der Schuldenstand betrug zwischenzeitlich je nach Rechnung mehr als 100 Milliarden Dollar, dem standen viel zu geringe Einnahmen gegenüber.

          In China, befürchtet nicht zuletzt die Regierung, könnten größenwahnsinnige Konzerne wie HNA eine Finanzkrise auslösen. Zehn Jahre nach dem Fall der Lehman-Bank in Amerika, der das freiheitliche Wirtschaftsmodell des Westens im kommunistischen China an Reputation gekostet hat, fürchtet Peking einen Zusammenbruch seines Finanzsystems und nimmt in der Folge die Privatunternehmen des Landes, die es kurz zuvor noch auf große Einkaufstour in die Welt hinausgeschickt hatte, an die kurze Leine.

          Hendrik Ankenbrand
          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

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