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Autokauf : Kunden setzen weiter auf SUVs

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Produktion von SUVs Bild: obs

Stadtgeländewagen finden weiterhin reißenden Absatz. Immerhin vier Prozent der Neuwagen sind mittlerweile mit einem Hybrid- oder Elektroantrieb ausgestattet. Umweltschützer sehen den Trend dennoch skeptisch.

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          Die Nachfrage nach Stadtgeländewagen zieht einer Analyse zufolge in Deutschland weiter an. Laut einer Untersuchung des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer hält der Boom der oft schweren und großen Wagen unvermindert an. Zwischen 1995 und 2016 stiegen die SUV-Zulassungen bundesweit von knapp 68.000 auf mehr als 735.000 Stück, der Marktanteil kletterte von 2,0 auf 21,9 Prozent.

          Umweltschützer sehen den Trend zu mehr SUVs skeptisch. Selbst wenn Motoren auch in großen Modellen effizienter würden – dies werde oft durch mehr Gewicht und Leistungsstärke wieder aufgefressen. „Auch mit Hybridmotor bleibt ein tonnenschwerer, übermotorisierter Geländewagen eine CO2-Schleuder“, sagt Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid.

          „Die deutschen Autohersteller missbrauchen seit Jahren jeden Effizienzgewinn, um ihren Kunden immer größere und schwerere Autos aufzuschwatzen, Mit Hybrid-SUVs wird es nicht anders sein.“

          Dudenhöffer merkt an, dass immerhin 4 Prozent aller neuen Stadtgeländewagen während der ersten drei Quartale 2017 Hybrid- oder Elektroautos gewesen seien. „Die alten Vorurteile werden weniger, wenngleich immer noch hoher Energieverbrauch den SUV von allen anderen unterscheidet.“

          Marktanteil steigt rapide

          Die Bedeutung im Modellmix vieler Autobauer wachse. So habe der Anteil der SUVs an den Verkäufen bei Audi von Januar bis September 27,7 Prozent erreicht. Auch absolut gesehen setzte die VW-Tochter in dem Zeitraum die meisten solcher Wagen ab (61 114). VW selbst kam in der Summe auf Rang 2 (58 023) und beim Modellanteil auf 12,1 Prozent.

          Bei der Daimler-Kernmarke Mercedes-Benz war mehr als jedes fünfte verkaufte Auto (22,1 Prozent) ein SUV, bei BMW jedes vierte (24,9 Prozent). Bezogen auf den Teil der Gesamtflotte hängten japanische Anbieter wie Nissan (63,0 Prozent) und Mazda (50,4 Prozent) die Deutschen ab.

          Der Dieselanteil nehme tendenziell ab - von 69,8 Prozent vor fünf Jahren auf 46,1 Prozent. „Mit „Dieselgate“ und den Diskussionen um Fahrverbote tut sich der Diesel auch beim SUV schwerer.“ Aber: „„SUV ist gleich Diesel“ gilt nicht mehr. Tesla zeigt, dass der SUV als Null-Emissions-Auto darstellbar ist.“

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