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Waffenhersteller : Kujat wirft als Chefaufseher bei Heckler & Koch hin

Der scheidende Aufsichtsratschef von Heckler & Koch Harald Kujat im Dezember 2019 in Rottweil Bild: dpa

Der neue Großaktionär Walewski will das Kontrollgremium des Waffenherstellers mit seinem Vertrauten besetzen. Am bisherigen Vorstandschef Bodo Koch hält der neue Hausherr bislang noch fest.

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          In der Chefetage von Heckler & Koch rumort es. Im Zuge des jüngsten Eigentümerwechsels beim schwäbischen Hersteller von Kleinwaffen gibt der Chefaufseher auf. Der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr Harald Kujat werde sein Amt bis zu nächsten Hauptversammlung am 27. August abgeben, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

          Ulrich Friese

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der 78 Jahre alte Spitzensoldat von Bundeswehr und Nato war erst im Sommer 2019 auf den Chefsessel des Kontrollgremiums gerückt und galt als enger Vertrauter des langjährigen Großaktionärs Andreas Heeschen.

          Mit dem Rückzug Heeschens und dem erst kürzlich genehmigten Verkauf seiner Anteile an den neuen Mehrheitseigentümer Nicolas Walewski waren auch Kujats Tage im Unternehmen gezählt. Sein Abgang war von Kennern des Unternehmens erwartet worden. Wer seine Nachfolge übernimmt, ist bislang noch offen. Der neue Großaktionär von Heckler & Koch werde wohl in Kürze einen Mann seines Vertrauens berufen, der das Kontrollgremium führen soll, heißt es im Umfeld des Herstellers.

          Grünes Licht aus Berlin

          In der Chefetage des langjährigen Ausrüsters von Polizei und Bundeswehr rangen seit Monaten beide Investoren um die Vorherrschaft. Dabei stand der privat in London residierende Mehrheitseigentümer Heeschen dem Franzosen Nicolas Walewski gegenüber. Dieser zieht bei der der Luxemburger Finanzholding CDE die Fäden, die schon seit dem Jahr 2015 ein kleines Aktienpaket an Heckler & Koch hielt und dieses unlängst auf rund 60 Prozent aufgestockt hatte. Die fehlenden Anteile bekam sie ausgerechnet von Heeschen, der wiederum der CDE seinen Aktienbesitz vor fünf Jahren verpfände hatte.

          Doch die von Walewski geplante Transaktion musste von der Bundesregierung genehmigt werden, weil der Eigentümerwechsel bei einem Ausrüster der Bundeswehr als sicherheitsrelvant eingestuft wird. Heeschen hatte jedoch vergeblich gehofft, dass das zuständige Wirtschaftsministerium ein Veto gegen die Übernahme durch den (von Walewski gesteuerten) ausländischen Investor CDE einlegen würde und dass er seine Aktien behalten könnte. Doch das geschah nicht. Walewski bekam aus Berlin vor wenigen Wochen grünes Licht für seinen Aufstieg zum Mehrheitsaktionär. Spätestens danach stand auch mit Kujat der enge Vertraute Heeschens unternehmensintern auf verlorenem Posten.

          Dass nach dem Ausstieg Kujats auch der Posten des Vorstandsvorsitzenden Bodo Koch wackelt, halten Kenner des Unternehmens jedoch für unwahrscheinlich. Der erfahrene Industriemanager, der zuvor bei Thyssen Krupp Marine Systems und Atlas Elektronik tätig war, führt seit Mai 2018 als Vorstandschef von Heckler & Koch das Tagesgeschäft des Herstellers von Pistolen, Gewehren und Granatwerfer. Koch wurde auf den Hauptversammlungen stets für den bisherigen Umbau des Unternehmens und sein Kostenmanagement auch von Vertretern Walewskis gelobt.

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