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Kritik an Wirtschaftsprüfern : Sie prüfen, beraten – und schweigen

Ein Mann geht mit Aktentasche in den Post Tower. Bild: dpa

Wirtschaftsprüfer erfüllen einen öffentlichen Auftrag. Nach dem Skandal um Wirecard stehen sie in der Kritik. Doch ihnen entgeht in der Regel wenig.

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          Wirtschaftsprüfer melden kaum Insolvenz an. In der Statistik taucht die Branche gar nicht auf. Wirtschaftsprüfer geben auf, oder ihnen wird die Lizenz entzogen, weil sie gegen Berufsrecht verstoßen haben. So zum Beispiel bei Arthur Andersen, einer der größten Wirtschaftsprüfungsunternehmen der Welt neben den heute noch bekannten vier: PWC, EY, KPMG und Deloitte. Arthur Andersen war in den amerikanischen Enron-Skandal verwickelt und hat sich der Justizbehinderung durch Aktenvernichtung schuldig gemacht. So spektakulär enden Wirtschaftsprüfungen selten. Wirtschaftsprüfer scheuen auch eher die Öffentlichkeit, obwohl sie einen öffentlichen Auftrag wahrnehmen. Sie berufen sich gern auf ihre Verschwiegenheitspflicht gegenüber dem Mandanten. Und selbst, wenn Berufsangehörige wegen fehlerhafter Prüfung gerügt werden, erfährt das die Öffentlichkeit kaum.

          Georg Giersberg

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Betriebswirt“.

          Dabei spielen die 14.568 in der Kammer registrierten Wirtschaftsprüfer eine wichtige Rolle in der Wirtschaft. Wirtschaftsprüfer sollen das Vertrauen in Geschäftspartner erhöhen. Sie haben den Auftrag, in allen börsenrelevanten Unternehmen und in allen großen Kapitalgesellschaften (mehr als 6 Millionen Euro Bilanzsumme oder mehr als 12 Millionen Euro Umsatz) sowie ihnen gleichgestellten Personengesellschaften zu prüfen, ob der Jahresabschluss mit den rechtlichen Vorschriften übereinstimmt und ein realistisches Bild der Vermögens-, Kapital- und Ertragslage des Unternehmens abgibt. Darauf vertrauen Anleger, Kreditgeber, Einkäufer und Mitarbeiter. In jedem Jahr werden in Deutschland gut 40.000 Jahresabschlüsse geprüft – und zu einem sehr hohen Prozentsatz für gut befunden.

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