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Krisentreffen in Japan : Renault sucht jetzt doch Ghosn-Nachfolger

  • Aktualisiert am

Was macht Macron mit Ghosn? Bild: AFP

Carlos Ghosn sitzt seit Monaten in Haft. Seine Posten bei Nissan und Mitsubishi war er schnell los. Jetzt plant auch Renault seine Ablösung. Die Zukunft der Allianz ist ungewiss.

          Der französische Autokonzern Renault sucht nun doch einen Nachfolger für seinen in Japan inhaftierten Konzernchef Carlos Ghosn. „Die Leitungsgremien von Renault arbeiten aktiv daran, die beste Lösung für die zukünftige Führung der Gruppe zu finden, um die Interessen des Unternehmens zu wahren und die Renault-Nissan-Allianz zu stärken“, teilte Renault am Donnerstag mit. Zuvor hatte Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire eine rasche Verwaltungsratssitzung gefordert mit der Begründung, der Autobauer brauche eine neue und beständige Konzernführung.

          Wie Reuters von einer mit der Angelegenheit vertrauten Person erfuhr, gelten Emmanuel Moulin, Stabschef von Le Maire, und Martin Vial, der die staatliche Holdinggesellschaft des Ministeriums leitet und auch ein Direktor von Renault ist, als potenzielle Kandidaten für Ghosns Nachfolger bei Renault.

          Treffen in Japan

          Japanischen Medienberichten zufolge wollen Renault-Führungskräfte und französische Regierungsvertreter noch am Donnerstag in Japan Nissan-Chef Hiroto Saikawa treffen. Die besuchende Delegation wolle das Nissan-Management um eine Erklärung bezüglich der Unternehmensführung nach Ghosns Festnahme bitten, berichtete die Tageszeitung Nikkei ohne Angabe von Quellen. Frankreichs Regierung wollte den Bericht nicht kommentieren. Nissan war zunächst nicht erreichbar.

          Die Regierung in Paris ist der größte Anteilseigner bei Renault. Sie hatte bislang an Ghosn festgehalten, dem in Japan schwerer Vertrauensbruch und Finanzverstöße vorgeworfen werden. Der ehemalige Nissan-Chef – einst die treibende Kraft hinter dem Bündnis von Renault, Nissan und Mitsubishi – sitzt deswegen seit dem 19. November in Untersuchungshaft. Einen Antrag auf Freilassung gegen Kaution lehnte ein Gericht am Dienstag ab.

          Vergangene Woche hatte die Staatsanwaltschaft in Tokio zwei weitere Anklagen wegen Finanzverstößen erhoben. Der 64-Jährige soll nicht nur in den fünf Jahren bis 2015, sondern auch in den vergangenen drei Geschäftsjahren seine Einkünfte zu niedrig angegeben haben. Der Staatsanwaltschaft zufolge drohen Ghosn bis zu 15 Jahre Haft. Er selbst sagt, er sei „unrechtmäßig angeklagt“.

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