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Unternehmergespräch : „Man stirbt in jedem Land anders“

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Eine Frage des Standpunktes: Geschäftsführer Karl-Heinz Könsgen war mal Bauunternehmer, betreibt aber seit mehr als 20 Jahren ein Krematorium. Bild: Samira Schulz

An Gas für die Öfen mangelt es im Rhein-Taunus-Krematorium noch nicht. Aber der Chef Karl-Heinz Könsgen hat dafür andere Sorgen.

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          Heute sind nicht viele Särge da, gerade mal eine Handvoll. Es können auch 200 und mehr sein, sagt Karl-Heinz Könsgen in einem Kühlraum, bevor er den Weg zeigt, den die Toten bei ihm nehmen. Die schweren Särge kommen zu den großen Öfen, die leichteren zu den kleinen, acht Anlagen sind in Betrieb. So pragmatisch-nüchtern er von den einzelnen Arbeitsschritten erzählt, so funktional sieht es auch in seinem Unternehmen aus. Die Böden sind glatt und sauber, gedeckte Farben hier und da Kacheln, Kameras an den Decken. Keine Bilder an den nackten Wänden. „Wir sind ja keine Disco“, sagt Könsgen trocken. Sondern ein Krematorium.

          Uwe Marx
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Und zwar eines der größten in Deutschland in privater Hand, mit rund 30.000 Einäscherungen im Jahr. Seit er vor mehr als zwanzig Jahren hier eingestiegen ist, an der Seite eines inzwischen verstorbenen Partners, wurde das Rhein-Taunus-Krematorium größer und größer. Und professioneller. Das entspricht der gesellschaftlichen Entwicklung. Erdbestattungen werden seltener, weil die Grabpflege abschreckt, Urnen hingegen kommen häufiger zum Einsatz.

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