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Zustände in der Paketbranche : AKK widerspricht Altmaier

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Viel Arbeit, fairer Lohn? Um die Zustände in der Paketbranche ist ein herber Streit entbrannt. Bild: dpa

CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer stellt sich offen gegen ihren Parteifreund Altmaier. Im Streit um die Zustände in der Paketbranche fordert sie Wettbewerbsbedingungen, die „ordentliche Arbeitgeber“ nicht benachteiligen.

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          CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer bringt Bewegung in den Streit um ein Gesetz für bessere Arbeitsbedingungen von Paketboten. Sie wolle im Koalitionsausschuss am 14. Mai einen Kompromissvorschlag beraten, sagte Kramp-Karrenbauer der Deutschen Presse-Agentur. Es sei eine Gesamtlösung nötig, die neben den von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) vorgeschlagenen Elementen auch eine Entlastung „ordentlicher Arbeitgeber“ beinhalte. Heil will die großen Paketdienste verpflichten, Sozialabgaben für ihre Subunternehmer nachzuzahlen, wenn diese beim Mindestlohn betrügen.

          Denn viele Paketdienste arbeiten nicht mit fest angestellten Zustellern, sondern mit Subunternehmern, die für ihre häufig ausländischen Fahrer neben einem niedrigen Lohn laut Heil oft auch keine Sozialbeiträge zahlen. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte Heils Vorschlag für eine sogenannte Nachunternehmerhaftung scharf kritisiert. Die Unternehmen dürften angesichts der zuletzt schwachen Konjunktur nicht zusätzlich belastet werden. Müssten sie für ihre Subunternehmer einstehen, gingen sie ein hohes Risiko ein. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich skeptisch gezeigt: „Aus meiner Sicht sind wir noch nicht an dem Punkt angekommen, die Nachunternehmerhaftung auch für diese Branche durchzusetzen“, sagte sie vor kurzem im Bundestag.

          Die Meinungen in der CDU sind allerdings geteilt. So hatte NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) im Bundesrat selbst eine entsprechende Haftungsregel gefordert. Auch sein Ministerpräsident Armin Laschet, der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende, bezeichnete das Anliegen als berechtigt.

          AKK plädiert für Nachunternehmerhaftung

          Kramp-Karrenbauer betonte nun, es gehe einerseits darum, dass sich Arbeit für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer lohne. Auf der anderen Seite seien Wettbewerbsbedingungen nötig, die „ordentliche Arbeitgeber“ nicht benachteiligten. Sie sprach sich wie Heil für die Einführung der Nachunternehmerhaftung aus, die es bereits in der Bau- und in der Fleischindustrie gibt.

          Unabdingbar seien aber zugleich „deutlich verstärkte Kontrollen durch den Zoll und damit letztendlich in Verantwortung des Bundesfinanzministeriums“, betonte Kramp-Karrenbauer. Drittens wolle die CDU „ordentliche Arbeitgeber“ von Bürokratie entlasten. Das sei auch deshalb wichtig, weil sich inzwischen bei den Regelungen zum gesetzlichen Mindestlohn eine „überschießende Bürokratie“ zeige. Wie genau diese Entlastung geregelt werden könnte, sagte sie nicht.

          Kramp-Karrenbauers Vorschlag kommt dem von Arbeitsminister Heil recht nah. Auch der SPD-Politiker hatte betont, das neue Gesetz müsse mit einer „klaren Rechtsdurchsetzung“ durch Zollkontrollen einhergehen. Die Arbeitsfassung des Gesetzentwurfs sieht zudem vor, dass sich der Generalunternehmer von der Haftung entlasten kann. So soll er eine Unbedenklichkeitsbescheinigung der Krankenkassen vorlegen können, die bestätigen, dass der Subunternehmer als zuverlässiger Zahler bekannt ist.

          Zum „Tag der Arbeit“ kritisierte Verdi-Chef Frank Bsirske Altmaier scharf. Dessen Begründung für eine Blockade der Nachunternehmerhaftung sei fadenscheinig. „Tatsächlich entlässt der CDU-Minister damit Konzerne wie DPD und Hermes aus der Verantwortung für kriminelle Praktiken beauftragter Unternehmen“, sagte Bsirske.

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