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Kosmetikhersteller in China : Ein Zauberspiegel für moderne Chinesinnen

Wer ist die Schönste im ganzen Land? Einheitliches Aussehen ist in China schon lange passé, heute geht es mit großem Aufwand um individuelle Perfektionierung. Bild: L'oreal

China bietet der Kosmetikbranche riesige Möglichkeiten, denn gutes Aussehen ist angesagter denn je. L’Oréal hat das genutzt, um zum Marktführer aufzusteigen – aber die Konkurrenz lauert.

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          Han Jiayi ist erst 19 Jahre alt, doch in Kosmetikfragen lässt die Chinesin von jugendlichem Leichtsinn nichts spüren. In einem kleinen Geschäft der Kosmetikmarke Maybelline in Schanghai blickt die gelernte Verkäuferin von Haushaltsgeräten mit ernstem Gesicht in einen Spiegel. Nebendran steht eine Kosmetikberaterin und gibt Tipps für den richtigen Lippenstift und die Grundierung des Make-ups. „Ich suche nach den Marken im Internet und probiere sie dann im Geschäft aus. Wichtig ist mir vor allem ein gutes Preis-Leistungsverhältnis“, sagt die junge Frau.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          China war lange ein zurückgebliebener Kosmetikmarkt. Nicht zuletzt die Kulturrevolution, in der alle gleich aussehen mussten und das Schminken hart bestraft wurde, wirkte nach. Der frühere Chef des französischen Kosmetikkonzerns L’Oréal, Lindsay Owen-Jones, wollte mit diesem Erbe Ende der achtziger Jahre Schluss machen: Jede Chinesin müsse einen Lippenstift haben, gab er seinem Personal mit auf den Weg. Heute ist dieses Ziel noch nicht erreicht, doch das Land schreitet in Riesenschritten voran. Bei der jungen Generation ist jede Lust auf Gleichmacherei verschwunden. Die galoppierende Verstädterung treibt den Konsum von Schönheitsprodukten zusammen mit dem allgemein wachsenden Wohlstand voran.

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