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Minister fordert Aufklärung : Korruptionsvorwürfe bei Stuttgart 21

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Geht hier alles mit rechten Dingen zu? Ein Blick auf die Stuttgart-21-Baustelle am Stuttgarter Hauptbahnhof Bild: Nerea Lakuntza

Das Großprojekt Stuttgart 21 wird viel teurer als geplant. Das könnte laut einem Bericht teilweise auch an Korruption liegen. Der Minister in Stuttgart erhöht den Druck auf die Bahn. Die Staatsanwaltschaft prüft den Fall.

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          Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann hat die Deutsche Bahn aufgefordert, Vorwürfe über angebliche Korruption beim Bahnprojekt Stuttgart 21 rasch aufzuklären. Schließlich leiste das Land einen erheblichen finanziellen Beitrag von fast zwei Milliarden Euro für das Projekt und für die Neubaustrecke Stuttgart-Ulm, sagte der Grünen-Politiker am Freitag in Stuttgart. „Deshalb haben wir auch einen Anspruch auf Information."

          In einem Brief des Amtschefs des Verkehrsministeriums verlangte dieser von der Deutschen Bahn eine umfassende und ausführliche Stellungnahme. Das Staatsunternehmen wies die Vorwürfe zurück. Man sei allen dem Unternehmen vorliegenden Hinweisen nach gesetzlichen und internen Regeln nachgegangen, teilte ein Sprecher der Deutschen Bahn mit. Alle Hinweise seien umfassend geprüft worden. „Rechtsverstöße wurden nicht festgestellt." Die Deutsche Bahn werde mit maximaler Transparenz den berechtigten Stellen gegenüber die Ergebnisse der Untersuchungen mitteilen.

          Mehrkosten von 600 Millionen Euro?

          Zuvor hatte die „Financial Times“ unter Berufung auf zwei anonyme Hinweisgeber berichtet, dass ein Teil der Kostensteigerungen bei dem derzeit auf 8,2 Milliarden Euro taxierten Projekt Stuttgart 21 durch „eklatantes Missmanagement“ und Korruption entstanden sein soll.

          Laut dem Bericht sind im Jahr 2015 mehrfach Hinweise bei der Compliance-Abteilung der Deutschen Bahn eingegangen, in denen die Hinweisgeberin auf die behaupteten Missstände aufmerksam gemacht habe. Nach ihrer und der Einschätzung eines Kollegen seien Mehrkosten in Höhe von 600 Millionen Euro entstanden. So seien Arbeiten beauftragt worden, die nicht notwendig gewesen seien.

          Die Staatsanwaltschaft in Stuttgart leitete einen Prüfvorgang ein. Förmliche Ermittlungen seien aber nicht aufgenommen worden, sagte eine Sprecherin.

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