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Korruptionsverdacht : Hat die Deutsche Bank Prinzlinge beschäftigt?

  • Aktualisiert am

Schanghais Finanzdistrikt Bild: REUTERS

Große Geldhäuser, darunter die Deutsche Bank, sollen Kinder hoher chinesischer Politiker angestellt haben, um an Aufträge zu kommen. Amerikas Finanzaufsicht ermittelt.

          In Amerika wird seit Monaten gegen die amerikanische Großbank JP Morgan Chase ermittelt. Die amerikanische Börsenaufsicht SEC geht laut einem Bericht der „New York Times“ der Frage nach, ob das Unternehmen gegen Antikorruptionsgesetze verstoßen hat, indem in China Kinder hochrangiger chinesischer Politiker angestellt wurden, um im Gegenzug Aufträge zu erhalten.

          Laut dem Bericht haben sich die Ermittlungen mittlerweile ausgeweitet. Auch die Einstellungspolitik von fünf anderen an der Wall Street tätigen Banken werde untersucht. Die amerikanische Börsenaufsicht SEC ermittle in einem frühen Stadium auch gegen die Deutsche Bank, die Citigroup, Goldman Sachs, Credit Suisse und Morgan Stanley, heißt es. Die Zeitung beruft sich auf umfangreiches Material von JP Morgan zum Programm für „Söhne und Töchter“. Mit der Einstellung der sogenannten „Prinzlinge“ verbunden sein sollen Großaufträge.

          Die New York Times zitiert dabei aus der E-Mails eines Topmanager von JP Morgan, dass die Anstellungen im Gegenzug direkt mit lukrativen Beratungsmandaten für chinesische Unternehmen verbunden waren. Die Personalpolitik war demnach darauf ausgerichtet, Einfluss zu gewinnen. Nach Informationen der „New York Times“ sollen im Fall von JP Morgan rund 30 Namen von Personen aufgelistet sein, die eng mit Staatsunternehmen oder Vertretern der kommunistischen Partei verbunden sind.

          Auch in China selbst sind der Machtmissbrauch und das Thema Korruption zuletzt stärker in den Fokus geraten. Präsident Xi Jinping hat die Korruption unter Beamten und Politikern in der Volksrepublik als eine ernste Bedrohung für die Kommunistische Partei bezeichnet. Ende vergangenen Jahres kündigte der neue Parteivorsitzende daher einen breitangelegten Kampf gegen Bestechlichkeit und Machtmissbrauch auf allen politischen Ebenen an. Seitdem hat die Anti-Korruptions-Behörde rund 20.000 Beamte wegen Amtsmissbrauchs und Verschwendung öffentlicher Gelder bestraft.

          Auf öffentlichen Empfängen sollten künftig nicht mehr Luxusgerichte mit Zutaten wie Haifischflossen oder Vogelnestern serviert werden. Beamte der unteren Ebene dürften auf Dienstreisen auch nicht mehr in Suiten übernachten und von ihren Gastgebern keine Geschenke oder Bargeld annehmen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Wochenende.

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