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Kooperation von Daimler, Renault und Nissan : Eine Lebensversicherung für den Smart

  • Aktualisiert am

Drei neue Smart-Modelle plant Daimler auf Basis der Zusammenarbeit mit Renault-Nissan Bild: AP

Daimler und Renault/Nissan erwarten durch ihre Kooperation Einsparungen in Milliardenhöhe. Die Konzerne wollen bei Kleinwagen, Elektroantrieben, Motoren und bei leichten Nutzfahrzeugen zusammenarbeiten. Die Kooperation gilt den Smart-Händlern geradezu als Lebensversicherung.

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          Die Zeiten sind hart geworden für Autohändler, und für Smart-Händler ist das nicht anders. Nur noch knapp 23 000 Stück des Zweisitzers hat Daimler im ersten Quartal verkauft, ein Fünftel weniger als im vergangenen Jahr, das auch schon schlecht war. Das liegt nicht nur an der Krise. Während anno 1998 der Smart bei seinem Marktstart ein vielbestaunter Exot war, gibt es heute reichlich Konkurrenz, den IQ von Toyota etwa, oder den Fiat 500, dessen Erfolg der Stuttgarter Autobauer vor allem in Italien bitter zu spüren bekommt, dem vormals größten Smart-Markt.

          Die Kooperation mit Renault, die sich seit einiger Zeit abzeichnet, gilt den Smart-Händlern nun geradezu als Lebensversicherung. Nachdem Daimler die Smart-Palette schon auf ein Modell gekürzt hatte, schien die Zukunft lange Zeit ungewiss. „Jetzt können sich die Smart-Händler freuen. Denn durch eine Plattform, die nicht nur für ein einziges Modell entwickelt wird, ist die Zukunft gesichert“, sagt Ulrich Fromme, Sprecher der Smart-Händler in Deutschland und Europa.

          Gemeinsame Plattformen bei großen Volumen

          Daimler und Renault wiederum müssten jetzt daran interessiert sein, den Smart-Vertrieb am Leben zu erhalten: „Damit sich eine gemeinsame Plattform von Renault und Smart rechnet, braucht man ein großes Absatzvolumen. Dazu wiederum braucht man ein gut funktionierendes Händlernetz“, lautet Frommes Logik. Es gelte also, die Zeit bis zum Marktstart des neuen gemeinsamen Modells 2013/2014 auf intelligente Weise zu überbrücken.

          Renault wird die gemeinsame Technik für die neue Generation des Twingo nutzen
          Renault wird die gemeinsame Technik für die neue Generation des Twingo nutzen : Bild: REUTERS

          An Sondermodelle denkt Fromme und an andere Marketing-Maßnahmen, die er mit Daimler diskutiert. „Wir wollen keine Hilfe. Darum geht es nicht“, betont der Vertreter der Smart-Händler, der zugleich Vizepräsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) ist. „Wir sind kampferprobt“, sagt Fromme und verweist auf die verzögerte Markteinführung. Alle 106 Smart-Center, die es in Europa damals gab, existierten aber heute noch, trotz aller Schwierigkeiten.

          Die Autobauer Daimler und Renault/Nissan erwarten durch ihre Kooperation Einsparungen in Milliardenhöhe. Die Synergieeffekte beliefen sich für beide Seiten auf jeweils rund zwei Milliarden Euro in den nächsten fünf Jahren, sagten Daimler-Chef Dieter Zetsche und Renault-Chef Carlos Ghosn am Mittwoch auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Brüssel. Die Einspareffekte ergäben sich vor allem aus geringeren Entwicklungskosten für neue Fahrzeuge, gemeinsamen Einkauf von Teilen sowie einer höheren Auslastung von Montage- und Komponentenwerken.

          Daimler-Chef Zetsche sagte, der Stuttgarter Konzern habe aus der gescheiterten Firmenehe mit Chrysler gelernt. Mit Chrysler sei zunächst eine Fusionsvereinbarung geschlossen worden, ehe sich die Manager Gedanken über gemeinsame Projekte gemacht
          hätten. Bei der Kooperation mit Renault/Nissan habe man zunächst gemeinsame Produkte vereinbart. „Das ist ein total anderes Konzept“, sagte Zetsche.

          Die drei Konzerne wollen bei Kleinwagen, Elektroantrieben, Motoren und bei leichten Nutzfahrzeugen zusammenarbeiten, wie sie am Mittwoch ankündigen. Auf einer gemeinsamen Basis sollen die nächste Generation von Daimlers Stadtflitzer Smart samt viersitziger Variante und des Renault Twingo entwickelt und gebaut werden. Die Modelle sollen ab 2013 auf den Markt kommen. Zudem sind eine Zusammenarbeit beim Einkauf und gegenseitige Kapitalbeteiligungen geplant.

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          Unser Autor: Oliver Georgi

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