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Konzertbranche in der Krise : Der Knackpunkt bleibt die Abstandsregel

Ein Bild vom Berliner Lollapalooza aus 2019 Bild: dpa

Kleinere Corona-konforme Konzerte sind für den Sommer ohnehin viele angekündigt, doch auch einige große Festivals wie das Lollapalooza in Berlin planen noch. Ein echter Neustart ist vor 2022 aber kaum möglich.

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          Allzu viele positive Nachrichten kommen aus deutschen Konzertbranche weiterhin nicht. Da sticht eine Kernbotschaft der ersten bundesweiten Clubstudie, veröffentlicht Ende Mai, durchaus heraus: Aufgegeben haben im Zuge der Pandemie bislang offenbar nur wenige Betreiber von kleinen Spielstätten, wo nicht zuletzt die potentiellen Stars von morgen ihre ersten Schritte machen.

          Benjamin Fischer
          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Die verschiedenen Programme haben Clubs grundsätzlich immens geholfen“, sagt Axel Ballreich, Vorsitzender des Verbands der Musikspielstätten in Deutschland (LiveKomm), in dem mehr als 650 Musikclubs mit einer Kapazität unter 2000 Zuschauern sowie diverse kleinere Festivals organisiert sind. Für Frust haben bürokratische Hürden und teils schleppende Zahlungen mitunter natürlich dennoch geführt.

          Die Studie zeigt einmal mehr, wie hart der weit verzweigte Wirtschaftszweig mit all seinen vielen Dienstleistern von der Pandemie getroffen wurde und weiterhin ist. Um 90 Prozent sei der Umsatz der Spielstätten 2020 zurückgegangen, heißt es in der Studie. Über nennenswerte Rücklagen dürften nur wenige verfügt haben.

          „Gedämpfter Optimismus derzeit wohl das Gebot der Stunde“

          Die diversen kleinen Corona-konformen Veranstaltungen im vergangenen Sommer waren für Betreiber, Veranstalter und Beschäftigte kein sonderlich lohnenswertes Geschäft, aber immerhin überhaupt eines und die Möglichkeit etwas Kultur anzubieten. So halten es viele auch in diesem Jahr, immer vorausgesetzt, sie haben eine Außenfläche zur Verfügung und die lokalen Behörden erlauben dort Konzerte. Axel Ballreich selbst plant derzeit vor seinem Nürnberger Club „Hirsch“ mit 45 kleinen Shows in Biergarten-Ambiente.

          Alles in der mittlerweile bekannten Form: Abgetrennte Sitzplätze für die einzelnen Gruppen, Abstandsgebot und Maskenpflicht abseits des Platzes. Dazu dürfte je nach Inzidenz die „3-G-Regel“ kommen. Gäste müssen vollständig geimpft oder genesen sein. Alternativ ist ein aktueller Schnelltest vorzuweisen. Ballreich fungiert in Nürnberg zudem als lokaler Veranstalter der Strandkorb Open-Air-Reihe, die wie die von der Agentur Landstreicher ins Leben gerufenen „Picknickdecken-Konzerte“ in deutlich mehr Städten geplant ist als noch 2020.

          Deutschlandweit sollen unter den bekannten Corona-Regeln verschiedenste Open-Air-Konzerte und kleinere Festivals stattfinden – oftmals gefördert, etwa mit Mitteln aus dem Programm „Neustart Kultur“. Denn für Veranstalter geht die Rechnung mit künstlich reduzierter Kapazität auf Grund der Abstandsregeln kaum auf. Schon im Normalfall beträgt deren Marge in der Regel wenn überhaupt bloß 7 bis 8 Prozent. Im Kern erinnert so derzeit alles an den Sommer 2020.

          Die Band Miljö an am 3. Juni 2021 im Kölner Tanzbrunnen vor 500 Menschen, aufgeteilt in kleine Gruppen und mit Maske.
          Die Band Miljö an am 3. Juni 2021 im Kölner Tanzbrunnen vor 500 Menschen, aufgeteilt in kleine Gruppen und mit Maske. : Bild: dpa

          „Viele Veranstaltungen sind gerade mit einer Kapazität von rund 1000 Zuschauern geplant und einige halten sich die Möglichkeit offen auf 2000 oder etwas mehr aufzustocken“, sagt Stephan Thanscheidt, Chef des Konzert- und Festivalveranstalters FKP Scorpio. Größere Festivals seien für diesen Sommer aber kaum noch geplant. Seine gewöhnlich Ende Juni oder Mitte Juli stattfindenden Festivals wie Southside, Hurricane oder Deichbrand hat das zu CTS Eventim gehörende Unternehmen schon Mitte März abgesagt. Gleichwohl wecken die sinkenden Corona-Zahlen und der Impffortschritt auch in der Branche Hoffnung.

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