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2,5 Milliarden Dollar Gewinn : Der größte IT-Dienstleister der Welt kriegt die Kurve

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Das IBM-Logo prangt an den Highlight Towers in München. Bild: dpa

Stark wachsendes Geschäfts in der Cloud und unter dem Strich ein satter Gewinn: Der Strategieschwenk zahlt sich für IBM offensichtlich aus.

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          Der Strategieschwenk des größten IT-Dienstleisters der Welt zahlt sich offenbar immer stärker aus: Der Konzern IBM vermeldete am Montagabend nach Börsenschluss in Amerika zwar, dass im vergangenen Quartal zum siebzehnten Mal hintereinander der Umsatz zurückgegangen ist. Er schnitt zugleich allerdings besser ab als die professionellen Marktteilnehmer dachten und präsentierte zumal in den zukunftsträchtigen Bereichen wie dem Cloud-Geschäft starkes Wachstum. An der Börse legte der Aktienkurs daraufhin um etwas weniger als 1 Prozent zu - der Netflix-Aktienkurs gab demgegenüber um 15 Prozent nach wegen schwächerer neuer Nutzerzahlen als gedacht.

          IBM-Firmenchefin Ginni Rometty reagiert mit einem Konzernumbau auf den Wandel in der Branche, in der das angestammte Hardware-Geschäft zunehmend an Bedeutung verliert. Neben Sicherheitssoftware und Datenanalyse setzt IBM vor allem verstärkt auf das Geschäft mit der sogenannten Datenwolke (Cloud), in dem auch die Rivalen Oracle und Microsoft Druck machen. Die Unternehmen folgen damit dem Trend weg von klassischer Software hin zu Anwendungen, die auf Servern fernab vom Kunden laufen.

          In der Cloud-Sparte steigerte IBM im abgelaufenen Quartal seinen Umsatz um 30 Prozent, nach einem Plus von 34 Prozent in den vorangegangenen drei Monaten. Insbesondere deutliche Einbußen im Hardwarebereich führten allerdings dazu, dass die Konzernerlöse um 2,8 Prozent auf 20,24 Milliarden Dollar schrumpften; das war jedoch mehr als von Branchenexperten vorausgesagt. Der Nettogewinn fiel um 28 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar, vor Sonderposten verdiente IBM aber mehr Geld als erwartet.

          An seiner Ergebnisprognose für das Gesamtjahr hielt das Management fest - und sorgte damit für Erleichterung. Investoren hätten befürchtet, dass das Brexit-Votum der Briten für einen Dämpfer sorgen könnte, erläuterte Analyst Bill Kreher vom Finanzberater Edward Jones. Das Europa-Geschäft ist ein wichtiges Standbein von IBM.

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