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Aufruf an Republikaner : Konzernchefs fordern schärferes Waffenrecht für Amerika

  • Aktualisiert am

Ein in einer Villa in Los Angeles entdecktes Waffenarsenal Bild: dpa

In Texas wird Anklage wegen Mordes gegen einen mutmaßlichen Todesschützen erhoben. Gleichzeitig sprechen sich 145 amerikanische Unternehmen, darunter Airbnb und Uber, für strengere Regeln im Privatverkauf von Schusswaffen aus.

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          Für ihre Forderung nach einem schärferen Waffenrecht in den Vereinigten Staaten erhalten die oppositionellen Demokraten Unterstützung aus der Wirtschaft: 145 Konzernchefs riefen den amerikanischen Senat in einem am Donnerstag von der „New York Times“ veröffentlichten Brief dazu auf, einen vom Repräsentantenhaus schon im Februar beschlossenen Gesetzentwurf zu verabschieden. Damit sollen Privatverkäufe von Waffen, bei denen es keine Hintergrundprüfung des Käufers gibt, prinzipiell verboten werden.

          In dem Schreiben heißt es: „Waffengewalt in Amerika ist nicht unausweichlich; sie ist vermeidbar. Es gibt Schritte, die der Kongress unternehmen kann und muss, um Waffengewalt zu verhindern und zu reduzieren.“ Es sei nicht hinnehmbar, in dieser Krise untätig zu bleiben. Der von den Republikanern von Präsident Donald Trump dominierte Senat müsse dem Beispiel des Repräsentantenhauses folgen. Letzteres kontrollieren die Demokraten. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem die Geschäftsführer von Airbnb, Uber und Yelp.

          Der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, will die Kammer erst über den Gesetzentwurf abstimmen lassen, wenn Trump Position zu dem Entwurf bezogen hat. Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, warf McConnell vor, mit seiner Verzögerungstaktik Menschenleben zu gefährden. Wäre das Gesetz schon in Kraft getreten, hätten zahlreiche Leben gerettet werden können, sagte sie am Donnerstag in Washington.

          Ende vergangenen Monats hatte ein vorbestrafter Schütze in Odessa im amerikanischen Bundesstaat Texas scheinbar wahllos das Feuer eröffnet und sieben Menschen getötet. Anfang August eröffnete ein Mann in einer Walmart-Filiale im texanischen El Paso an der Grenze zu Mexiko das Feuer und tötete 22 Menschen. Die Supermarktkette schränkte daraufhin den Waffenverkauf ein und bietet keine Munition für Handfeuerwaffen mehr an. Der mutmaßliche Todesschütze soll nun zur Rechenschaft gezogen werden. Am Donnerstag erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 21 Jahre alten Mann – der Vorwurf lautet auf Mord, darauf steht in Texas die Todesstrafe.

          Die jüngsten Gewaltverbrechen führten zu abermaligen Debatten über das Waffenrecht in Amerika und dessen Reform.

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