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Konsumgüter : Henkel bereitet Übernahmen vor

  • Aktualisiert am

Simone Bagel-Trah, Jahrgang 1969, ist Ururenkelin von Konzerngründer Fritz Henkel und das aktuelle Oberhaupt von Aufsichtsrat wie Familie Bild: Schoepal, Edgar

Der Kosmetik- und Klebstoffkonzern Henkel will durch Übernahmen expandieren. Die Aufsichtsratsvorsitzende Simone Bagel-Trah gibt dem Vorstand Rückendeckung. Außerdem will sie über die Feiertage abermals eine E-mail-Pause verhängen.

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          Henkel bereitet sich auf Übernahmen vor. „Es ist die Zeit gekommen, um auch Zukäufe wieder ins Auge zu fassen“, sagte die Aufsichtsratsvorsitzende Simone Bagel-Trah der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Der Vorstand habe die Rückendeckung des Aufsichtsrates, loszumarschieren. „Mögliche Akquisitionen sind Teil unserer Strategie bis 2016. Dazu müssen sie uns aber strategisch weiterbringen, verfügbar sein - und der Preis muss stimmen“, sagte Bagel-Trah im F.A.S.-Interview. Ob der Nivea-Konzern Beiersdorf, wie bereits spekuliert wurde, in dieses Raster passt, ließ sie offen. „Wir haben eine Liste mit potentiellen Objekten, die fest vorgegebenen Kriterien entsprechen müssen - die werden wir abarbeiten.“

          Die Henkel-Aufsichtsratsvorsitzende, die zugleich dem Gesellschafterausschuss vorsteht, zeigt sich optimistisch, dass die Familie auch in Zukunft fest zu dem Konzern steht. „Wir sind mit Stolz weiter der Firma verbunden. Die Nachfahren von Fritz Henkel haben 53 Prozent der Anteile vertraglich gebündelt. Diese Vereinbarung hat eine unbefristete Laufzeit, kann aber 2016 erstmals gekündigt werden. Es gibt bei uns eine gute Tradition, solche Dinge frühzeitig zu klären. Da bin ich sehr zuversichtlich“, sagte Bagel-Trah.

          Die einzige weibliche Aufsichtsratsvorsitzende in einem Dax-Konzern sprach sich in dem Interview abermals gegen eine Frauenquote aus. Sie sei für mehr Frauen im Management, betonte sie, aber gegen eine gesetzliche Quote: „Ich möchte, dass Frauen wegen ihrer Kompetenz wahrgenommen werden, nicht wegen des Geschlechts.“

          „Uns allen tut etwas Ruhe zwischendurch gut“

          Henkel wird dieses Jahr über die Feiertage abermals eine E-mail-Pause verhängen, kündigte die Aufsichtsratschefin an.  „Uns allen tut etwas Ruhe zwischendurch gut“, sagte Bagel-Trah. „Da will der Vorstand mit gutem Beispiel voran gehen und das finde ich sehr gut.“

          Wenn ein Kunde etwas wissen oder bestellen wolle, bekomme er trotzdem eine Antwort, fügte sie an und wandte sich gegen Forderungen der Gewerkschaften, generell keine E-mails nach Feierabend weiterzuleiten, wie es manche Konzerne heute schon praktizieren. „Das ist bei uns kein Thema. Ein globaler Konzern hat keinen einheitlichen Feierabend. Und wer irgendwo in der Welt um welche Zeit auf seinem Smartphone Mails liest, das lässt sich nicht per Anordnung regeln. Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen, das ist nicht aufzuhalten.“

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