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Herder-Verlag : Neue Eigentümer für Buchhandelskette Thalia

  • Aktualisiert am

Thalia-Filiale in Wuppertal Bild: dpa

Deutschlands größte Buchhandelskette Thalia bekommt neue Besitzer. Ein Konsortium um die Familie des traditionsreichen Freiburger Herder-Verlags übernimmt die Mehrheit.

          Der Freiburger Verlag Herder übernimmt die Mehrheit der Buchhandelsgruppe Thalia. Das teilten Herder und die bisherigen Eigentümer, eine gemeinsame Holding der Beteiligungsgesellschaft „Advent International“ und der Unternehmerfamilie Kreke, am Montag in Freiburg mit. Kreke bleibt auch künftig Minderheitsaktionär der Thalia Bücher GmbH. Zum neuen Eigentümerkonsortium gehören auch der Digitalunternehmer Leif Göritz sowie der bisherige Thalia-Geschäftsführer Michael Busch.

          Über den Kaufpreis machten die Unternehmen keine Angaben. Einem Insider zufolge hat die Transaktion aber ein Volumen im niedrigen dreistelligen Millionen Euro-Bereich. Der Verkauf steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung.

          Thalia war einst Teil des Douglas-Konzerns. Dieser konzentriert sich mittlerweile aber auf sein Kerngeschäft mit Parfümerien, Thalia verblieb bei Advent und den Douglas-Gründern Kreke. Gemeinsam hatten sie dann an der Neuausrichtung der einst kriselnden Buchhandelskette gearbeitet. Thalia stehe für „den Erhalt der innerstädtischen Lesekultur“, betonte der neue Mit-Eigner Manuel Herder.

          Thalia ist mit mehr als 280 Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz Branchenprimus im deutschsprachigen Raum. Die Kette hatte in der Vergangenheit massiv unter der Konkurrenz von Online-Händlern wie Amazon gelitten. Das klassische Buch geriet in den Hintergrund, so genannte E-books gewannen immer mehr an Popularität. Thalia schloss rund 20 Filialen, modernisierte seine Läden und das Sortiment und setzte auf das elektronische Lesegerät Tolino, das Amazons Kindle Paroli bieten soll. Kreke und Advent zielten zudem darauf ab, das Geschäft im Internet und den Filialen stärker miteinander zu verzahnen. Im vergangenen Oktober hatte Thalia-Chef Michael Busch die Sanierung für beendet erklärt - die Kette wolle nun auf Wachstumskurs gehen.

          „Für unser Unternehmen beginnt ein neues Kapitel“, erklärte Busch nun: „Wir gewinnen eine unternehmerische, langfristig ausgerichtete Eigentümerstruktur.“

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