https://www.faz.net/-gqe-92c7g

Kommunikation in Echtzeit : Bosch und Nokia tüfteln an der Datenrennbahn der Zukunft

Fertigung, Mobilität, Kommunikation: Ohne 5G funktioniert die Zukunft nicht. Bild: Carsten Knop

Maschinen sollen in Echtzeit und perfekt miteinander kommunizieren. Der deutsche Traditionskonzern Bosch stellt eine neue Idee vor, die es in sich hat. Es geht um viel.

          2 Min.

          Es ist eine Grundvoraussetzung für die Produktion und das Transportwesen der Zukunft: Maschinenkommunikation in Echtzeit. Der deutsche Elektronikkonzern Bosch und der finnische Telekommunikationsausrüster Nokia haben deshalb auf dem europäischen Digitalgipfel in Tallinn einen sogenannten Demonstrator vorgestellt, der den kommenden, besonders schnellen Mobilfunkstandard 5G mit Industrie 4.0-Lösungen verbindet.

          5G verzehnfacht die aktuell höchstmögliche Übertragungsrate im Mobilfunknetz auf mehr als zehn Gigabit in der Sekunde. Auf diesem Weg wird eine Kommunikation von Maschinen in Echtzeit möglich, zugleich wird die Qualität der Übertragung selbst auch viel robuster.

          „Geringere Kosten, mehr Sicherheit“

          Beides sind wichtige Voraussetzungen, um mehrere hundert Milliarden intelligenter Aktoren und Sensoren in Fabriken und Anlagen drahtlos zu vernetzen und riesige Datenmengen aus der Fertigung in Echtzeit zu verarbeiten. Zugleich ist der superschnelle Datentransfer wichtige Voraussetzung für die grenzüberschreitende Kooperation von Unternehmen in Europa und auf der ganzen Welt.

          „Industrie 4.0 macht nicht an Ländergrenzen halt“, sagt Stefan Aßmann, im Hause Bosch verantwortlich für den Bereich „Connected Industry“, laut einer Mitteilung zu der Vorstellung in Estland. Dasselbe gilt für die Mobilität der Zukunft: Damit Autos über Grenzen hinweg selbständig fahren können, müssen dieselben Voraussetzungen erfüllt sein.

          Der von Bosch und Nokia entwickelte 5G-Demonstrator zeigt nach den Angaben der Unternehmen einen superschnellen Maschinendaten-Transfer der Zukunft. „In Zusammenarbeit mit Nokia loten wir schon heute die Potentiale der Leistungsfähigkeit von 5G für die Fabrik der Zukunft aus“, so Rolf Najork, Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG. Die Bosch-Tochtergesellschaft für Antriebs- und Steuerungstechnik hat den Demonstrator gemeinsam mit der zentralen Bosch-Konzernforschung und Nokia entwickelt.

          „5G wird ein Haupttreiber für die vernetzte Industrie werden. Der Standard ist das erste kabellose Datenübertragungsverfahren, das wie der kabelgebundene Ansatz für alle industriellen Anwendungen zum Einsatz kommen kann. Er ermöglicht damit extreme Flexibilität in der Produktion, senkt Kosten und schafft mehr Sicherheit am Arbeitsplatz“, sagt Hannu Nikurautio, Leiter 5G Technology & Market Scouting bei Nokia.

          Bosch bringt Erfahrung mit Industrie 4.0-Lösungen aus seinen mehr als eigenen 270 Werken mit. Auf dieser Basis entwickelt das Unternehmen aber auch vernetzte Lösungen für Dritte. Nokia wiederum ist ein Ausrüster für Telekommunikationsinfrastrukturen. „Als Automatisierungsspezialist werden wir unsere Zusammenarbeit mit Nokia bei 5G auf weitere Gebiete wie Augmented Reality, autonome, fahrerlose Transportsysteme für den innerbetrieblichen Materialfluss sowie Cloud-basierte Anwendungen in der Fertigung ausdehnen“, kündigt Najork an. 5G wird voraussichtlich im Jahr 2019 eingeführt und neue Geschäftsmodelle rund um Daten aus der Fertigung ermöglichen.

          Weitere Themen

          Starkes Wachstum bei Apple und Facebook

          Gewinner der Corona-Krise : Starkes Wachstum bei Apple und Facebook

          Apple übertrifft dank neuer iPhones alle Erwartungen, am stärksten legte allerdings ein anderes Produkt zu. Auch Facebook beschleunigt sein Wachstum, spricht jedoch von „erheblicher Unsicherheit“. Und Mark Zuckerberg leistet sich Seitenhiebe auf Apple.

          Bundesregierung senkt Wachstumsprognose für 2021 Video-Seite öffnen

          Einbruch der Wirtschaft : Bundesregierung senkt Wachstumsprognose für 2021

          Nach dem Einbruch der deutschen Wirtschaft im Corona-Jahr 2020 rechnet die Bundesregierung in diesem Jahr wieder mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,0 Prozent. Damit senkte die Regierung ihre Wachstumsprognose - in ihrer Herbstprojektion war sie noch von einem Plus von 4,4 Prozent ausgegangen.

          Gemischtes Bild bei Tesla

          Bilanz der Tech-Konzerne : Gemischtes Bild bei Tesla

          Zwar weist Tesla erstmals in seiner Geschichte einen Jahresgewinn aus, dennoch bleibt der Elektroautohersteller – anders als Apple und Facebook – hinter den Erwartungen zurück. Für das kommende Jahr hat der Konzern große Pläne.

          Topmeldungen

          Corona-Teststation auf der Insel Ibiza

          Neues Corona-Medikament : Die Herbstzeitlose gibt Hoffnung

          In einer großen Covid-19-Studie soll der Pflanzenwirkstoff Colchicin überzeugt haben. Mit ihm wäre ein leicht verfügbares und preiswertes Mittel im Kampf gegen die schweren Krankheitsverläufe gefunden.
          Apple-Chef Tim Cook (links) und Facebook-Chef Mark Zuckerberg: Die beiden Konzerne liefern sich zurzeit einen Streit über die mögliche Nachverfolgung von Nutzern (Tracking).

          Gewinner der Corona-Krise : Starkes Wachstum bei Apple und Facebook

          Apple übertrifft dank neuer iPhones alle Erwartungen, am stärksten legte allerdings ein anderes Produkt zu. Auch Facebook beschleunigt sein Wachstum, spricht jedoch von „erheblicher Unsicherheit“. Und Mark Zuckerberg leistet sich Seitenhiebe auf Apple.
          Tesla-Chef Elon Musk

          Bilanz der Tech-Konzerne : Gemischtes Bild bei Tesla

          Zwar weist Tesla erstmals in seiner Geschichte einen Jahresgewinn aus, dennoch bleibt der Elektroautohersteller – anders als Apple und Facebook – hinter den Erwartungen zurück. Für das kommende Jahr hat der Konzern große Pläne.

          Vendée Globe : Herrmann kollidiert mit Fischerboot – Dalin als Erster im Ziel

          Bei der härtesten Segelregatta der Welt überfährt Charlie Dalin als Erster die Ziellinie. Und dennoch ist der Franzose wohl nicht Sieger der Vendée Globe. Boris Herrmann entgeht auf der Jagd nach dem Podium nur knapp einer Katastrophe.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.