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Kommentar : Zweiter Anlauf für VW

Volkswagen kooperiert in Zukunft mit dem größten indischen Autohersteller Tata. Das könnte sogar ein Erfolg werden – wenn der Konzern diesmal nicht so arrogant auftritt.

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          Für Volkswagen ist es der zweite Anlauf, in Zukunft mit einem attraktiven und doch preiswerten Auto die Märkte in Indien und anderen Schwellenländern zu erobern. Mit Tata Motors, dem größten indischen Automobilunternehmen, haben die Wolfsburger einen nahezu idealen Partner gefunden.

          Volkswagen-Chef Matthias Müller hat recht, wenn er die angestrebte strategische Allianz mit den Indern als Meilenstein in der Zukunftsstrategie von Volkswagen wertet. VW war nie erfolgreich, wenn es galt, billige Autos zu entwickeln. Dass in der neuen Allianz nicht die Kernmarke, sondern die tschechische Konzerntochter Škoda die Projektverantwortung trägt, zeigt, dass die neue Führung in Wolfsburg aus Fehlern der Vergangenheit gelernt hat. Schon einmal hat Volkswagen versucht, die rasant wachsenden Märkte auf dem Subkontinent zu erobern.

          Damals war der japanische Autobauer Suzuki der Traumpartner, der in Indien stark ist. Das Bündnis zerbrach schnell, nicht nur weil es wohl auch manchem in der japanischen Politik ein Dorn im Auge war. Die VW-Manager wurden vom japanischen Partner oft als arrogant, überheblich und als unbelehrbar empfunden. Jetzt soll Škoda, vielleicht etwas bescheidener, die Allianz mit den Indern schmieden. Wenn sie gelingt, wäre Volkswagen seinen Wettbewerbern schon bald einen großen Schritt voraus.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

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