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Kompromiss um Lufthansa : Einsicht in Brüssel

  • -Aktualisiert am

Der Aufsichtsrat der schwer angeschlagenen Lufthansa akzeptiert die von der EU-Kommission gestellten Auflagen für ein staatliches Rettungspaket. Bild: AFP

Die Fluggesellschaft kommt ausgesprochen günstig aus dem Konflikt mit der EU-Kommission heraus. Es siegte wohl die Einsicht, mit überzogenen Forderungen in Deutschland ein Tor für EU-kritische Ressentiments zu öffnen.

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          Ausgesprochen günstig kommt Lufthansa aus dem Konflikt mit der EU-Kommission heraus. Nicht bis zu 80 Start- und Landeslots am Tag muss der Konzern abgeben, sondern 24. Man hat sich nicht in der Mitte getroffen, die Front der Befürworter einer schwächeren Lufthansa ist eingebrochen. In Brüssel siegte wohl die Einsicht, mit überzogenen Forderungen in Deutschland ein Tor für EU-kritische Ressentiments zu öffnen.

          Das wäre ein hoher Preis gewesen für möglicherweise etwas mehr Wettbewerb. Wie die Reduzierung der Slots wirkt, ist derzeit unsicher. Fluggesellschaften planen aktuell kleiner. Ob am Frankfurter Flughafen, der gerade erweitert wird, Slots bald wieder zum extrem knappen Gut werden, ist nicht ausgemacht. So setzte sich die Kommission dem Verdacht aus, Lufthansa schnell viel wegnehmen zu wollen, ohne zu wissen, wer die Rechte stattdessen benötigt.

          Mit dem Kompromiss gewinnt die Kommission nun noch rechtzeitig Spielraum zurück. Wenn sie schon bei einem vor der Krise gesunden Konzern so harsch interveniert hätte, wie geplant, wären künftig in anderen Fällen viel drastischere Auflagen und noch erbittertere Debatten unvermeidlich gewesen.

          Timo Kotowski
          Redakteur in der Wirtschaft.

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