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Fabrik in Grünheide : Risse im Tesla-Bau

  • -Aktualisiert am

Die Tesla-Baustelle in Grünheide Anfang Juli 2021 Bild: dpa

Aus der Vorzeigefabrik droht eine weitere Dauerbaustelle zu werden. Ob Tesla seine Fabrik noch mal in Deutschland ansiedeln würde? Zweifel sind angebracht.

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          Nun bekommt Deutschlands Musterbaustelle doch noch Risse. Als Tesla im November 2019 eine Elektroautofabrik im brandenburgischen Grünheide ankündigte, war die Landesregierung voller Ehrgeiz. Nach dem Pannen-Flughafen BER sollte Tesla ein Beispiel dafür werden, dass Deutschland auch anders kann. Modern, schnell, unbürokratisch. Zu Beginn war das auch so. Mithilfe vorläufiger Einzelgenehmigungen zog Tesla in Windeseile die ersten Hallen hoch.

          Doch inzwischen stockt es. Noch immer prüft das Landesumweltamt Hunderte Einwände von Umweltschützern. Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD), einst Schering-Manager und Präsident der TU Berlin, setzt alles daran, sich seine Ungeduld nicht anmerken zu lassen. Dass Tesla derweil Tanks baut, die noch gar nicht genehmigt sind, macht die Sache nicht einfacher. Amerikanische Hands-on-Mentalität kollidiert mit deutscher Gründlichkeit.

          Weil nun das Genehmigungsprozedere für die ebenfalls geplante Batteriefabrik wieder von vorne losgeht, dürfte der zuletzt avisierte Produktionsbeginn Ende 2021 eher ein Hoffnungswert als eine realistische Prognose sein. Ob Tesla mit dem Wissen von heute seine Fabrik noch mal in Deutschland ansiedeln würde? Zweifel sind angebracht.

          Julia Löhr
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

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