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Warnstreik bei der Bahn : Totalausfall auf den Gleisen

  • -Aktualisiert am

Am Montagmorgen fuhr kein Zug nach Nirgendwo. Bild: AFP

Die Eisenbahngewerkschaft EVG rühmt die Wucht ihres Streiks. Aber auch in Tarifstreitigkeiten ist Augenmaß nicht verkehrt.

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          Neuer Fahrplan, neues Glück - eigentlich wollte die Deutsche Bahn am Montag mit guten Nachrichten aufwarten. Mehr Platz, mehr Komfort, mehr Verbindungen, das waren die Versprechen an die ohnehin entnervte Kundschaft. Was tatsächlich kam, war ein Chaos im Schienenverkehr: Vier Stunden Streik und mehr oder weniger Totalausfall auf den Gleisen, fast den gesamten Tag wird es noch Verspätungen auf breiter Front geben.

          Davon war und ist auch die Straße betroffen: Alleine in Nordrhein-Westfalen summierten sich die Staus auf einer Länge von zeitweise mehr als 400 Kilometern. Die Eisenbahngewerkschaft EVG rühmte die „Wucht des Streiks“. Und diese „Wucht“ mache deutlich, wie groß die Verärgerung unter den Arbeitnehmern sei, dass in der laufenden Tarifrunde weiterhin kein abschlussfähiges Angebot vorliege.

          Das mag sein, aber ist es die Sache wirklich wert? Selbstverständlich sind Gewerkschaften frei, im Clinch mit Arbeitgebern ihre Forderungen mit Arbeitsaussetzungen zu unterstreichen. Aber auch in solchen Tarifstreitigkeiten ist Augenmaß nicht verkehrt. Sonst werden nur diejenigen bestraft, die es am wenigsten verdient haben und ohne die gar nichts läuft: die Bahnfahrer, die die Kassen der Bahn füllen. Und die sich vielleicht überlegen, ob sie das auch in Zukunft noch tun wollen. Dann hätte der Streik sein Ziel verfehlt.

          Thiemo Heeg
          Redakteur in der Wirtschaft.

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