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Vorstandsgehälter : Sind Obergrenzen für Managergehälter sinnvoll?

Allianz-Chef Oliver Bäte gehört zu den Spitzenverdienern im Dax. Bild: AFP

In einer Marktwirtschaft sollten Unternehmen die Gehälter ihrer obersten Angestellten eigentlich frei gestalten dürfen. Die Regelung, die den Aktionären nun mehr Einfluss zugesteht, ist dennoch gut – birgt aber eine Gefahr.

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          Aufsichtsräte müssen künftig eine Obergrenze für die Vorstandsgehälter festlegen, die sie aber frei wählen können. Die Aktionäre bekommen das Recht, diese Obergrenze auf der Hauptversammlung später herabzusetzen. So hat es der Bundestag vergangene Woche beschlossen. Die beiden Neuerungen fanden erst auf den letzten Metern den Weg in das Gesetz. Gearbeitet wird an der Neuregelung der Managergehälter aber schon länger. Mehr als zwei Jahre saß die große Koalition daran, die 2017 beschlossene zweite EU-Aktionärsrechterichtlinie in nationales Recht umzusetzen. Bis Juni hätte sie fertig sein müssen. Mit einem halben Jahr Verspätung hat sie es nun endlich geschafft.

          Wie lange das gedauert hat, ist kein Ruhmesblatt für die Koalition. Im Hintergrund gab es offenbar Streit. Die EU hatte den Ländern zwar die Grundzüge vorgegeben, vor allem die Pflicht, dass die Aktionäre künftig regelmäßig auf den Hauptversammlungen über die Managergehälter abstimmen müssen. Aber in einem wichtigen Punkt ließ die EU den Ländern freie Wahl: in der Frage, ob das Votum der Aktionäre rechtlich bindend ist. Der Entwurf des SPD-geführten Justizministeriums sah ein nicht bindendes Votum vor; das letzte Wort sollte also weiterhin allein der Aufsichtsrat haben.

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