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Kommentar : Alte neue Google-Fragen

Google steht abermals im Verdacht, eine marktbeherrschende Stellung zu missbrauchen. Jetzt geht es um die vorinstallierten Apps auf dem Smartphone. Die Wettbewerbshüter werden da aber wohl wenig ausrichten können.

          Nun hat die EU-Kommission auch im zweiten Verfahren gegen Google die Zügel angezogen. Das ist konsequent, da die Vorwürfe mit Blick auf das Betriebssystem Android jenen im ersten Verfahren ähneln, das sich auf das Preisportal Google Shopping bezieht. Hier wie da steht der Konzern im Verdacht, seine marktbeherrschende Stellung zu missbrauchen und Wettbewerbern den Marktzugang zu versperren.

          Hier wie da hofft die EU-Behörde, dagegen etwas tun zu können. Hier wie da stellen sich dieselben Fragen: Sind Verbraucher auf die Wettbewerbsbehörde angewiesen, um an die von ihnen bevorzugten Apps zu kommen? Soll und kann die Behörde in Märkte eingreifen, um Wettbewerb herzustellen – gerade in Märkten, die sich schnell verändern?

          Wer das 2004 eingeleitete, sich viele Jahre hinschleppende Verfahren gegen Microsoft aus heutiger Sicht betrachtet, muss daran zweifeln. Über die damals erhobenen Vorwürfe ist der technische Fortschritt hinweggegangen. Im Google-Fall droht Ähnliches. Bis zum noch nicht absehbaren Abschluss des 2009 eröffneten ersten Verfahrens kann Googles Marktbeherrschung längst Geschichte sein – oder so zementiert, dass sich daran nichts mehr ändern lässt.

          Werner Mussler

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

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