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Börsengang Aramcos : Saudi-Arabiens Aufbruch mit Makeln

Auf Zukunftskurs: Saudi Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman und König Salman bin Abdulaziz (von links nach rechts) Bild: AFP

Der Börsengang Saudi Aramcos füllt die Schatullen einer absoluten Monarchie – und soll das Land zukunftsfähig machen. Selbst wenn die Aktie im Westen Erfolg hat, hinterlässt das Vorhaben einen Nachgeschmack.

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          Der Druck auf Saudi-Arabien, überfällige Veränderungen einzuleiten, ist gewaltig. Jährlich drängen 400.000 junge Saudis auf den Arbeitsmarkt. Die Bevölkerung wächst, zudem wollen immer mehr gut ausgebildete Frauen arbeiten. Seit 1990 hat sich die Bevölkerung auf 34 Millionen verdoppelt, bis 2050 prognostizieren die Vereinten Nationen den weiteren Zuwachs auf 45 Millionen. Der Staat hat jedoch seine Beschäftigungsgarantie vor Jahren gekündigt und einen Abbau des üppigen Wohlfahrtsstaats eingeleitet, der nicht mehr zu finanzieren war.

          Ein Dreivierteljahrhundert hatte Saudi-Arabien gut und nahezu ausschließlich vom Erdöl gelebt. Nun neigt sich das Jahrhundert des Erdöls als dominierendem Energieträger dem Ende zu. Zwar hatten die letzten Könige erkannt, dass die Erdöleinnahmen nicht mehr reichen, um die Menschen mit Brot und Arbeit zu versorgen. Den Mut zu radikalen Reformen hatten sie nicht. Schließlich regier(t)en seit dem Tod des Gründers von Saudi-Arabien, Abd al Aziz Al Saud, 1953 immer nur dessen Söhne. Die Könige scheuten die Risiken radikaler Reformen.

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