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Hilfen für Unternehmen : Vollkasko gibt es nicht

  • -Aktualisiert am

Gastronomen wie hier in Karlsruhe trifft die Krise besonders hart. Bild: dpa

Fast jeder wird aus dieser Krise ärmer herausgehen, als er in sie hineingegangen ist. Doch so berechtigt insbesondere die Sorgen kleinerer Unternehmen sind: Die Bundesregierung ist keine Vollkaskoversicherung.

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          Die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus werden immer offensichtlicher. Während die Umsätze der Supermärkte in die Höhe schnellen, ist vor allem in der Tourismusbranche das Geschäft nahezu zum Erliegen gekommen. Fluggesellschaften, Hoteliers, Gastronomen, Künstler: Sie alle spüren es unmittelbar, wenn die Menschen ihre Wohnungen nur noch für die allernötigsten Besorgungen verlassen sollen.

          Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) haben der deutschen Wirtschaft daher Ende vergangener Woche eine Art Blankoscheck ausgestellt. Niemand soll nur wegen der Pandemie Insolvenz anmelden müssen, kein Arbeitsplatz deshalb verlorengehen. Doch besonders Selbständigen reichen diese Liquiditätshilfen nicht aus. Denn es handelt sich vornehmlich um Kredite, die früher oder später zurückgezahlt werden müssen – inklusive Zinsen. Selbständige hätten lieber Zuschüsse, die sie behalten können. Und am besten auch noch eine dauerhaft niedrigere Mehrwertsteuer, wie sie der Hotel- und Gaststättenverband fordert.

          Doch so berechtigt die Sorgen der Eigentümer kleinerer Unternehmen wie der zwei Millionen Solo-Selbständigen sind, die nicht über üppige Finanzpolster verfügen – klar muss auch sein: Die Bundesregierung ist keine Vollkaskoversicherung, die alle eingetretenen Schäden eins zu eins ersetzen kann. Das sollte auch das Finanzministerium bedenken, wenn es jetzt Hilfen bei den Miet- und Pachtzahlungen und eine höhere Grundsicherung für Selbständige plant.

          Hoffnung auf bessere Zeiten

          Fast jeder wird aus dieser Krise ärmer herausgehen, als er in sie hineingegangen ist. Der Angestellte, der nur noch Kurzarbeitergeld bekommt, der Freiberufler, der Kredit aufnehmen muss, um seine laufenden Ausgaben zu bestreiten, und die großen Unternehmen, deren Mitarbeiter im Homeoffice nun einen Teil ihrer Arbeitszeit damit verbringen, ihre Kinder zu betreuen. Die Hoffnung ist, dass auch wieder bessere Zeiten kommen. In China kehrt das öffentliche Leben schon langsam zurück. Auch hierzulande wird der Zeitpunkt kommen, an dem die Menschen wieder in die Restaurants und zu den Flughäfen strömen werden, um vieles von dem nachzuholen, auf das sie jetzt notgedrungen verzichten müssen.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

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