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Ladendiebstahl : Der große Klau

Ladendiebe können oftmals auch nicht durch Sicherungsetiketten auf den Produkten gestoppt werden. Bild: dpa

Wer glaubt, dass Detektive und Videoüberwachung helfen, liegt falsch. Ladendiebe sind immer besser organisiert und haben keine Skrupel.

          Es hört nicht auf. Im Gegenteil, die Beutezüge der Ladendiebe in den Geschäften werden dreister – und brutaler. Weil organisierte Banden auf Diebestour gehen, die selbst vor Gewalt nicht zurückschrecken, wenn sie ein Parfüm mitgehen lassen. Einen Schaden von etwa 2,3 Milliarden Euro richten vor allem spezialisierte Kriminelle jedes Jahr im deutschen Einzelhandel an.

          Dass die Fallzahlen der angezeigten Diebstähle laut Kriminalstatistik im vergangenen Jahr um gute 4 Prozent und davor schon um mehr als 6,5 Prozent zurückgegangen sind, darf nicht über die weiterhin existierenden Missstände hinwegtäuschen. Diese Zahlen sagen nichts über das Dunkelfeld des großen Klaus. Mehr als 98 Prozent der Diebstähle sollen unentdeckt bleiben. Zudem sorgen die betroffenen Unternehmen selbst mit Investitionen in Höhe von fast anderthalb Milliarden Euro in die Sicherheitstechnik dafür, dass Täter abgehalten werden.

          Trotz starker Worte der Politik und reichlich Ankündigungen fühlen sich viele Händler vom Staat allein gelassen. Viele Verfahren werden immer noch wegen angeblicher Geringfügigkeit der Tat eingestellt. Zu Recht warnt der Handelsverband HDW vor einer Bagatellisierung dieser Delikte, was zur Verharmlosung der Kriminalität führt. Wer glaubt, zur Entlastung der Justiz müssten kleinere Ladendiebstähle nur als Ordnungswidrigkeit geahndet werden, liegt deshalb falsch.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

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