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Ghosns Auftritt : Ohne Selbstzweifel

Carlos Ghosn in Beirut Bild: AFP

Es war gut, Carlos Ghosns Stimme mal wieder zu hören. Dass die Kritik am japanischen Justizsystem von einem millionenschwer bezahlten Ex-Manager kommt, macht sie nicht weniger glaubwürdig.

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          Ein Carlos Ghosn wie man ihn kennt ist nach langer Abwesenheit am Mittwoch in die Öffentlichkeit zurückgekehrt: Eloquent in mehreren Sprachen, teilweise heftig gestikulierend – und ohne jeden Selbstzweifel.

          Doch nach langer Haft oder Einschränkung seiner Bewegungsfreiheit in Japan war es gut, wieder seine Stimme zu hören. Denn in der Tat saß er seit November 2018 in Japan ohne Möglichkeit der Gegendarstellung fest.

          Seine Kritik am japanischen Justizsystem, das der Verteidigung wenige und der Anklage viele Rechte einräumt, erscheint berechtigt. Dass sie von einem millionenschwer bezahlten Ex-Manager kommt, macht sie nicht weniger glaubwürdig.

          Auch auf Nissans Vorwürfe einer Verheimlichung seiner Bezüge oder der Veruntreuung von Firmengeldern liefert er Antworten, die nun neutral geprüft werden sollten. Ein unabhängiges Justizverfahren, dem er sich nach eigenen Angaben stellen würde, wäre dafür der richtige Ort; in welchem Land dies sein könnte, ist derzeit fraglich.

          Die Affäre Ghosn ist noch lange nicht zu Ende. Für die betroffenen Unternehmen, die sie weiter belastet, ist das besonders bedauerlich.

          Christian Schubert
          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

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