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Bund gibt Lufthansa-Aktien ab : Nur der erste Schritt

  • -Aktualisiert am

Brauchte Hilfe in der Krise: die Lufthansa Bild: Reuters

Allen, die schon eine Lufthansa ohne Staatsaktionär nahen sehen, sei gesagt: Soweit ist es noch nicht. Die Corona-Krise lastet schwer auf dem Konzern.

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          Allen, die nun schon – getrieben vom Wunsch ordnungspolitischer Klarheit – eine Lufthansa ohne Staatsaktionär nahe sehen, sei gesagt: So weit ist es noch nicht. Zwar stößt der Bund jetzt ein Viertel seiner Beteiligung ab. Kritikern der Großhilfe für emissionsreiche Flieger kann die Regierung vor der Wahl daher entgegenhalten, an ihrer Gabe sogar gut verdient zu haben.

          Doch würde der Staat auch den größeren Rest der Beteiligung eilig auf den Markt werfen, zerstörte er Lufthansas Plan, finanziell bald wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Gelingen dürfte das Vorhaben nur, wenn der Bund zunächst wieder Aktien zukauft – wenn Lufthansa ihre Kapitalerhöhung umsetzt.

          Mit den Einnahmen will und muss der Konzern dann langfristig teure finanzielle Staatsleihgaben ablösen. Würde der Bund als größter Aktionär hier nicht mitziehen, wäre das ein fatales Signal an den Kapitalmarkt, zumal die Erholung im Flugverkehr zuletzt hinter Erwartungen zurückgeblieben ist. Der Teilverkauf ist ein Einstieg in den Ausstieg des Bundes. Der Schatten der Corona-Krise bleibt für Lufthansa lang.

          Timo Kotowski
          Redakteur in der Wirtschaft.

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