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Kommentar : Trümpfe von Fraport

Liebe Lufthansa, Hand aufs Herz: Der Flughafen in München ist ja ganz schön. Aber mit Frankfurt hält man im Süden doch nun wirklich nicht mit.

          Es ist an der Zeit: Wenn die Nachrichten zutreffen, werden die Fluggesellschaft Lufthansa und der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport in der kommenden Woche ihren Streit über die Gebühren grundsätzlich beilegen.

          Und wer auf das erwartete Ergebnis blickt, fragt sich etwas konsterniert, wozu dafür zuvor ein so lauter und monatelanger Streit nötig war. Die Auseinandersetzung hat Landespolitiker beschäftigt und zu einer Verlegung von Lufthansa-Flugzeugen von Frankfurt nach München geführt. Man darf sich in Verhandlungen ja streiten, aber warum denn eigentlich so erbittert, wenn am Ende genau das dabei herauskommt, was einem der gesunde Menschenverstand ohnehin sagt?

          Nun bekommt die Lufthansa-Tochtergesellschaft Eurowings in Frankfurt künftig ebenso viel Rabatt wie der Wettbewerber Ryanair. Außerdem will man gegenseitig wachsen und Kosten senken. Festzuhalten ist: In dem Streit hatte Fraport immer alle Trümpfe in der Hand. Der Flughafen hat schon zu lange auf mehr Wachstum der Lufthansa gewartet.

          Der Wettbewerb, der früher als Fraport auf Billigfluggesellschaften gesetzt hat und dort auf niemanden Rücksicht nehmen musste, konnte deshalb zuletzt mit höheren Steigerungsraten bei Starts und Landungen glänzen. Und, liebe Lufthansa, Hand aufs Herz: Der Flughafen in München ist ja ganz schön, aber mit Frankfurt hält man im Süden doch nun wirklich nicht mit.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

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