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Kommentar : Stuttgarter Tief

  • -Aktualisiert am

Die Stuttgarter werden noch lange auf der Baustelle leben. Die Bahn kann von Glück reden, dass es mit dem Hauptstadtflughafen noch ein Großprojekt gibt, das es an Absurdität mit Stuttgart 21 aufnehmen kann.

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          Lange nichts gehört von Stuttgart 21? Doch. Kürzlich schon ließ die Deutsche Bahn durchblicken, dass der neue Tiefbahnhof wohl erst Ende 2023 fertig werde, zwei Jahre später als gesagt. Umsiedlung von Eidechsen, Bauen im Anhydrit-Gestein: alles teuer und langwierig. Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla, der die Fortführung des umstrittenen Vorhabens als Politiker einst forciert und nun geerbt hat, sprach von exorbitanten Baukostensteigerungen.

          Nach einem neuen Gutachten schickt der Bahnvorstand jetzt die nächste Quittung: Das Kostenbudget muss wieder erhöht werden, diesmal von 6,5 auf 7,6 Milliarden Euro; und der Bau verzögert sich bis Ende 2024. Das wird nicht der bösen Erkenntnisse letzter Schluss sein. Die Stuttgarter werden noch lange auf der Baustelle leben. Wer dafür bezahlt, werden Gerichte entscheiden.

          Die Bahn kann von Glück reden, dass es mit dem Hauptstadtflughafen BER noch ein Großprojekt gibt, das es an Absurdität mit Stuttgart 21 aufnehmen kann. Bauen in Deutschland ist erst wieder zu empfehlen, wenn die neue Regierungskoalition das Planungsrecht entschlackt und staatliche Bauherren zu mehr Kostenwahrheit verpflichtet hat.

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

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