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Helmut Bünder (bü.)

Kommentar : Resterampe der Energiewende

  • -Aktualisiert am

Die Eon-Aktionäre können sich nicht mehr dagegen wehren, dass ihnen bald Anteile an Uniper gehören. Das Papier bleibt nach den neuen Zahlen eine riskante Wette für Wagemutige.

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          Die Eon-Aktionäre können sich nicht mehr dagegen wehren, dass ihnen bald Anteile an einem Energieunternehmen gehören, das viele als Bad Bank und Resterampe der Energiewende abstempeln. Für je zehn Eon-Anteile wird ihnen der Konzern Mitte September eine Uniper-Aktie ins Depot legen. So hatte es die Hauptversammlung mit nordkoreanischer Mehrheit von 99,68 Prozent beschlossen.

          Uniper-Vorstandschef Klaus Schäfer spricht gern vom „Upside-Potential“. Soll heißen: Schlimmer kann es nicht mehr werden, nach dem Desaster der vergangenen Jahre muss nun einfach die Trendwende kommen. Im Handelsgeschäft ist der Plan von Januar bis Juni aufgegangen, vor allem deshalb, weil Uniper die Preise für sein russisches Erdgas erfolgreich nachverhandeln konnte.

          Aber bei den Kraftwerken zeigt die Kurve weiter steil nach unten. Es stimmt schon: die Strompreise erholen sich, doch es gibt auch ein gehöriges Downside-Risiko, unter anderem durch die Forderungen nach einem beschleunigten Ausstieg aus dem Kohlestrom und die EU-Pläne zur Verteuerung von Kohlendioxid-Zertifikaten.

          Sparen und Vermögensteile verkaufen, um die versprochene Dividende zahlen zu können, lautet bisher die wenig überzeugende Antwort. Die Uniper-Aktie bleibt eine riskante Wette für Wagemutige.

          Helmut Bünder
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

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