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Pharma- und Chemiebranche : Mercks teurer Plan

  • -Aktualisiert am

Merck-Zentrale in Darmstadt Bild: Frank Röth

Merck-Vorstandschef Stefan Oschmann setzt mit einer milliardenschweren Übernahme auf eine Branche, die derzeit schwächelt. Ein teurer Plan, der platzen könnte?

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          Bisher läuft alles nach Plan für Mercks Vorstandschef Stefan Oschmann: Im zweiten Halbjahr soll die knapp 6 Milliarden Euro teure Übernahme von Versum, des amerikanischen Lieferanten von Spezialgasen und -chemikalien für die Halbleiterproduktion, abgeschlossen sein. So war es zuvor auch angekündigt worden. Damit wäre Merck gerüstet, um auf dem Elektronikmarkt stärker anzugreifen.

          Nicht Teil des Plans dürfte gewesen sein, dass ausgerechnet der Halbleitersektor derzeit schwächelt. Das hat sich schon in Mercks Bilanz für das zweite Quartal in sinkenden Umsätzen mit Halbleitermaterialien gezeigt. Amerika und China fahren nahezu täglich neue Geschütze in ihrem Handelsstreit auf und verunsichern damit die Weltwirtschaft.

          Oschmann gibt sich dennoch betont optimistisch für die Zukunft, schließlich leide die Halbleiterindustrie derzeit quasi unter hausgemachten Problemen von Überkapazitäten und Preisdruck.

          Spätestens im ersten Halbjahr kommenden Jahres, das prognostizierten Analysten, die den Markt sehr genau beobachteten, werde sich die Lage wieder drehen. Die Perspektiven seien gut, mit steigendem Datenvolumen und höherer Geschwindigkeit brauche es bessere Technologien und Materialien – und dafür eben Mercks Chemie. Hoffentlich behalten die Analysten recht. Sonst könnte Oschmanns teurer Plan noch platzen.

          Ilka Kopplin

          Redakteurin in der Wirtschaft.

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