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Kommentar : Opels Offenbarungseid

  • -Aktualisiert am

Zentrale von Opel in Rüsselsheim Bild: dpa

Die erschreckende Erkenntnis lautet: Opel wäre wohl untergegangen. Was haben die Rüsselsheimer unter der Regie ihres bisherigen amerikanischen Eigners eigentlich gemacht?

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          Es ist ein Offenbarungseid: Mit seinen Motoren und Getrieben kann der Automobilhersteller Opel die gesetzlichen CO2-Ziele nicht erreichen. Das ach so fortschrittliche Elektroauto Ampera ist betriebswirtschaftlich eine Niete. Der Einkauf ist zu teuer, der Absatz mit Rabatten erkauft, die Mitarbeiterkosten sind zu hoch. Und in den Fabriken herrscht geldvernichtende Ineffizienz. Was eigentlich haben die Rüsselsheimer unter der Regie ihres bisherigen amerikanischen Eigners getrieben?

          Selbst unter Abzug der üblichen, Aufräumarbeit genannten Schuldzuweisungen bleibt die erschreckende Erkenntnis, dass Opel wohl untergegangen wäre. Alle bis dato Verantwortlichen schweigen besser zu dem, was sich das neue französische Mutterhaus unter Führung seines rigoros nach Effizienzkriterien entscheidenden Chefs Carlos Tavares vorgenommen hat, anstatt nachzutreten.

          Peugeot-Citroën hat bewiesen, dass binnen kurzer Zeit aus Milliardenverlusten Milliardengewinne werden können. Zweifel sind wahrlich angebracht. Doch wäre es nicht nur für Tausende Mitarbeiter und ihre Familien wunderbar, wenn gelänge, was Tavares vorschwebt: mit Opel einen europäischen Champion formen.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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