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Kommentar : Null Verantwortung

Die Rechnungsprüfer von KPMG wollen nicht mehr mit der Fifa zusammenarbeiten. Bei jedem Großkonzern würden da die Alarmglocken schrillen. Nicht aber bei der Fifa.

          Wäre der Fußball-Weltverband (Fifa) ein börsennotierter Großkonzern, würden im Aufsichtsrat und bei den Aktionären die Alarmglocken schellen. Bei Negativmeldungen wie in diesen Tagen folgte eine Krisensitzung der nächsten; der Druck auf die Führung nähme unerbittlich zu. Anders bei der Fifa: Bei dem Fußball-Monopolisten, dem das Geld bei diesem beliebten Produkt nur so zufliegt, wird einfach nichts gemacht.

          Und dass, obwohl das Vertrauen in den Präsidenten Gianni Infantino nach nur etwas mehr als 100 Tagen in der Position durch immer neue Enthüllungen erschüttert wird. Es geht um Vorwürfe einer gezielten Aushebelung der Kontrollorgane, von persönlichen Verfehlungen und sogar privaten Anschaffungen auf Kosten der Fifa.

          Jetzt stellt sich heraus, dass offenbar die Revisoren der Prüfungsgesellschaft KPMG vom Präsidenten gemaßregelt wurden, weil sie vor zu wenig interner Überwachung gewarnt haben. Von einem Kulturwandel bei der Fifa, wie ihn Infantino bei seiner Wahl angekündigt hatte, kann keine Rede mehr sein.

          Und wie verantwortlich zeigen sich die Topfunktionäre im höchsten Gremium des Fifa-Councils für die Krise? Überhaupt nicht. Sie tummeln sich lieber bei der Europameisterschaft – Champagner schlürfend in den VIP-Räumen und auf den Ehrentribünen der Stadien. Ist das System überhaupt noch zu retten?

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

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