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Kommentar : Notsignal vom Kaufhof

  • -Aktualisiert am

Angesichts der Erosion von Kunden und Marktanteilen ist eine „Rosskur“ für Kaufhof denkbar. Gerade der österreichische Investor Benko empfiehlt sich dafür.

          Ein Befreiungsschlag sieht wahrlich anders aus. Stattdessen sind die Planspiele für ein Zusammengehen von Kaufhof und Karstadt der klare Beleg dafür, wie groß die Nöte der Eigentümer geworden sind, die Misere im Kerngeschäft endlich zu beenden. Karstadt-Eigner René Benko ist wohl bereit, Kaufhof für rund 3 Milliarden Euro zu übernehmen und dort rasch die Regie im Tagesgeschäft zu führen.

          Warum sich der umtriebige Investor aus Österreich auch als Retter für den – vom kanadischen HBC-Konzern geführten – Rivalen empfiehlt: Benko kann fast vier Jahre nach der Übernahme von Karstadt Fortschritte bei der Sanierung verbuchen, wenngleich diese fast ausschließlich auf der Verwertung von Immobilien beruhen.

          Angesichts der Erosion von Kunden und Marktanteilen bei Kaufhof ist dort eine „Rosskur à la Benko“ denkbar. Die Neigung der kanadischen Hausherren, sich von der 2015 erworbenen Kaufhauskette zu trennen, ist nach dem jüngsten Chefwechsel größer denn je. So will sich die neue HBC-Regentin Helena Foulkes von Kostgängern im Hause schleunigst trennen.

          Dabei ist der diskutierte Verbund von Karstadt/Kaufhof keinesfalls neu. Pläne für eine „Deutsche Warenhaus AG“ wurden jedoch stets mit dem Hinweis verworfen, dass sie mit zu hohen Verlusten an Personal und Filialen verbunden sind. Solche Einwände zählen in größter Not jedoch nicht mehr viel.

          Ulrich Friese

          Redakteur in der Wirtschaft.

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