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Kommentar : Nehmt die Gamer ernst

  • -Aktualisiert am

Videospiele werden von Kindern und Rentnern gespielt, vom Maurer bis zum Universitätsprofessor. Es wird Zeit, dass diese Leute nicht mehr belächelt werden.

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          Sie setzen Jahr für Jahr Milliarden Euro um und sind wichtiger denn je: Videospieler, gerne auch „Gamer“ genannt. Zur größten Spielemesse Gamescom sieht man wieder einmal, wie sehr das Spielen in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Die Gamescom zieht mit mehr als 300.000 Besuchern mehr Gäste an als zum Beispiel die Frankfurter Buchmesse.

          Videospiele werden von Kindern und Rentnern gespielt, vom Maurer bis zum Universitätsprofessor. Frauen und Männer spielen sie zu gleichen Anteilen; insgesamt sind es allein in Deutschland rund 30 Millionen Menschen. Beim E-Sport, in dem sich die besten Gamer untereinander messen, können Millionenbeträge gewonnen werden, und die Szene wächst rasant.

          Es wird Zeit, dass diese Menschen ernst genommen werden und nicht mehr nur belächelt: Von den Konzernen nämlich, die immer wieder unfertige, unspielbare Produkte auf den Markt bringen. Früher oder später werden die Spielehersteller dieses Verhalten bereuen. Denn Kunden können sehr nachtragend sein. Der Satz gilt aber auch für die Politiker, die in schönster Sommerloch-Tradition das Verbot sogenannter „Killerspiele“ fordern. Sie sollten seriöser werden. Selbst wenn es viele nicht hören wollen: Nicht nur Filme und Musik sind Kulturgut, sondern auch Videospiele.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

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