Kommentar :
Nach dem Diesel

Martin Gropp
Ein Kommentar von Martin Gropp
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In den großen Städten dieser Welt ist der Ruf des Diesel ruiniert. Wenn die Autohersteller künftig weiter Erfolg haben wollen, müssen sie mehr Elektroautos bauen.

Die Mitteilung aus Mexiko hat es in sich. Auf einem Treffen führender Kommunalpolitiker haben die Bürgermeister von Mexico City, Paris, Madrid und Athen beschlossen, vom Jahr 2025 an keine Dieselautos mehr in ihre Städte zu lassen.

Zwar ist heute unklar, wie sie dieses Vorhaben umsetzen wollen. Doch das Verbot steht jetzt im Raum. Wegen der Diesel-Manipulationen von Volkswagen und der Feinstaub- und Stickoxidbelastungen in den Metropolen ist der Ruf des Diesels ruiniert.

Der Automarkt zeichnet ein anderes Bild: In Deutschland zum Beispiel ist zwischen Januar und September an den Zapfsäulen mehr Dieselkraftstoff getankt worden; die Nachfrage nahm um 6 Prozent zu. Ein Widerspruch? Es ist einerseits richtig, dass die gute Konjunktur für mehr Transporte und Verkehr sorgt und der Diesel bei schweren Lastwagen immer noch alternativlos ist.

Andererseits stimmt es auch, dass viele private Autokäufer dem sparsamen Selbstzünder noch die Treue halten. Die Autoindustrie weiß allerdings, dass ein „Weiter so“ nicht die Antwort auf die politische Verbotsforderung für den Diesel sein kann.

Alle Anstrengungen, den Diesel sauberer zu machen, sind nutzlos, wenn die gesamte Technologie verteufelt wird. Wenn die Industrie weiter so viele Autos verkaufen will wie heute und diese auch in die Innenstädte fahren sollen, geht kein Weg an der Elektromobilität vorbei.