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Kommentar : Microsoft-Abrechnung

Satya Nadella Bild: AP

Der neue Microsoft-Chef Satya Nadella plant den größten Stellenabbau in der Geschichte des Unternehmens. Das ist auch eine Abrechnung mit seinem Vorgänger Steve Ballmer.

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          Es ist nicht unüblich, dass neue Unternehmenschefs versuchen, Grausamkeiten möglichst schnell nach ihrem Antritt hinter sich zu bringen. Das macht nun auch Satya Nadella, der den amerikanischen Softwarekonzerns Microsoft seit wenigen Monaten führt. Nadella will so viele Stellen abbauen, wie es das Unternehmen noch nie in seiner Geschichte getan hat.

          Es ist gleich in zweifacher Hinsicht eine Abrechnung mit seinem Vorgänger Steve Ballmer. Offenbar hält Nadella den noch von Ballmer eingefädelten Zukauf des finnischen Handyherstellers Nokia für einen Fehlgriff. Wie anders sollte man es interpretieren, wenn so kurz nach Vollzug der Übernahme die Hälfte aller Nokia-Arbeitsplätze wegfallen soll? Daneben entfällt aber auch ein bedeutender Anteil des verkündeten Personalabbaus auf den angestammten Rest des Konzerns.

          Das ist bemerkenswert, denn Microsoft hat zwar wahrlich Herausforderungen genug, ist aber keineswegs in finanziellen Nöten. Der neue Microsoft-Chef macht jetzt klar, dass er ein Unternehmen vorgefunden hat, dem es an Beweglichkeit fehlt. Damit stellt er seinem Vorgänger ein wenig schmeichelhaftes Zeugnis aus.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

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