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Carsten Germis (cag.)

Kommentar : Mehr Anstand für VW

  • -Aktualisiert am

Amerikas Volkswagen-Aufseher ist nicht zufrieden mit dem Konzern. Kein Wunder: Ein neuer Geist lässt sich nicht von oben wegplanen.

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          Wer geglaubt hatte, Larry Thompson würde mit seinem ersten öffentlichen Zwischenbericht etwas mehr Licht ins Dunkel des VW-Abgasskandals bringen, der musste enttäuscht werden. Der amerikanische Aufpasser achtet darauf, dass Volkswagen seine Zusagen an die amerikanische Justiz einhält, zu einem anständigen Unternehmen zu werden.

          Wer für die Abgasmanipulationen verantwortlich ist, wer von der Dimension des Betrugs wann wusste, das ermittelt die Justiz in Deutschland und in den Vereinigten Staaten. Thompson lenkt seinen Blick auf die Unternehmenskultur in Wolfsburg, damit sich solche kriminellen Machenschaften möglichst nicht wiederholen. Sein Zwischenfazit nach einem Jahr: VW ist noch lange nicht am Ziel. Der Aufwand, den das Unternehmen betreibt, ist groß. Schulungen für Manager stehen regelmäßig auf der Tagesordnung, mehr als 20.000 Prozessbeschreibungen wurden geändert.

          Doch bürokratische Statistik sagt wenig über den Geist, der in einem Unternehmen herrscht. Strenge Hierarchien, weit verbreitete Entscheidungs- und Verantwortungsscheu oder die Fähigkeit, Widerspruch zu geben und zu ertragen, lassen sich nicht von oben wegplanen. Die neue Unternehmenskultur muss von innen wachsen. Da hat VW auch drei Jahre nach Aufdeckung des Dieselskandals noch einen langen Weg vor sich. Immerhin: Erste Schritte sind gemacht, lobt Thompson.

          Carsten Germis
          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

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