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Niki-Kommentar : Laudas Wagnis

  • -Aktualisiert am

Österreich bekommt mit Niki wieder so etwas wie eine nationale Fluggesellschaft. Aber auf Herrn Lauda hat niemand gewartet.

          Dieses Finale ist Balsam für Österreichs Volksseele: Niki Lauda hat den Zuschlag für die Überbleibsel der einst von ihm aufgebauten Fluggesellschaft Niki erhalten. Das Land bekommt wieder den Hauch einer nationalen Gesellschaft, nachdem sich die Deutsche Lufthansa Austrian Airlines einverleibt hatte und Lauda selbst Niki an Air Berlin verkauft hatte.

          Nervenaufreibend und wendungsreich war die Verwertung von Niki, doch für Lauda beginnt erst jetzt die harte Arbeit. Die Marke Niki ist so beschädigt, dass Lauda auf den Namen Laudamotion wechselt. Flugzeuge und Startrechte hat er sicher, zum Erfolg fehlen aber Passagiere – eine Vereinbarung mit dem Reisekonzern Thomas Cook wird nicht genügen. Denn das Ferienfluggeschäft leidet seit Jahren darunter, dass es mehr Sitzplätze als Reisende gibt.

          Auf einen zusätzlichen Beförderer wie den wagemutigen Lauda hat niemand gewartet. Sein Kurs führt direkt in einen harten Preiswettkampf hinein. An dem war Air Berlin zugrunde gegangen. Für Urlauber, die günstige Flüge wünschen, bleiben die Aussichten im Sommer 2018 gut, für Unternehmen, die Geld verdienen wollen, schlecht. Die Bereinigung der Kapazitäten im Ferienflug ist vorerst aufgeschoben.

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

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