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Kommentar : Kratzer am Stern

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Eine Razzia ist Ermittlungsarbeit und kein Gerichtsurteil. Das gilt auch für Daimler, wenngleich in der Öffentlichkeit das Urteil wahrscheinlich schon feststeht.

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          Eine Razzia ist Ermittlungsarbeit und kein Gerichtsurteil. Das gilt auch für Daimler, wenngleich in der Öffentlichkeit das Urteil wahrscheinlich schon feststeht. Die Autohersteller, so die weitverbreitete Ansicht, haben mehr oder weniger systematisch die Verbraucher übers Ohr gehauen – und zwar alle.

          Angaben zum Spritverbrauch oder über Schadstoffemissionen werden mittlerweile so häufig von so vielen Institutionen in Zweifel gezogen, dass man schon als naiv gilt, wenn man sie dennoch ernst nimmt. Da nützt es wenig, dass der komplette Daimler-Vorstand nach dem Bekanntwerden des VW-Skandals gegenüber der Belegschaft schriftlich beteuert hat, dass in dem Stuttgarter Konzern alles nach Recht und Gesetz geschehe.

          Auch nützt es wenig, wenn Daimler sich mit dem Lob des grünen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann schmücken kann, der bei zahlreichen Gelegenheiten schwärmt, von Mercedes gebe es einen wirklich sauberen Diesel. Selbst wenn es stimmt – die Lage ist mittlerweile so verfahren, dass man sich unweigerlich an die alte Weisheit erinnert fühlt: „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht . . .“ Der Stern hat Kratzer erhalten, ganz klar. Daimler wird sich rasch etwas einfallen lassen müssen, um den Schaden für den eigenen Ruf zu begrenzen.

          Susanne Preuß
          Wirtschaftskorrespondentin in Hamburg.

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