https://www.faz.net/-gqe-8y5bt

Kommentar : Kratzer am Stern

  • -Aktualisiert am

Eine Razzia ist Ermittlungsarbeit und kein Gerichtsurteil. Das gilt auch für Daimler, wenngleich in der Öffentlichkeit das Urteil wahrscheinlich schon feststeht.

          Eine Razzia ist Ermittlungsarbeit und kein Gerichtsurteil. Das gilt auch für Daimler, wenngleich in der Öffentlichkeit das Urteil wahrscheinlich schon feststeht. Die Autohersteller, so die weitverbreitete Ansicht, haben mehr oder weniger systematisch die Verbraucher übers Ohr gehauen – und zwar alle.

          Angaben zum Spritverbrauch oder über Schadstoffemissionen werden mittlerweile so häufig von so vielen Institutionen in Zweifel gezogen, dass man schon als naiv gilt, wenn man sie dennoch ernst nimmt. Da nützt es wenig, dass der komplette Daimler-Vorstand nach dem Bekanntwerden des VW-Skandals gegenüber der Belegschaft schriftlich beteuert hat, dass in dem Stuttgarter Konzern alles nach Recht und Gesetz geschehe.

          Auch nützt es wenig, wenn Daimler sich mit dem Lob des grünen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann schmücken kann, der bei zahlreichen Gelegenheiten schwärmt, von Mercedes gebe es einen wirklich sauberen Diesel. Selbst wenn es stimmt – die Lage ist mittlerweile so verfahren, dass man sich unweigerlich an die alte Weisheit erinnert fühlt: „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht . . .“ Der Stern hat Kratzer erhalten, ganz klar. Daimler wird sich rasch etwas einfallen lassen müssen, um den Schaden für den eigenen Ruf zu begrenzen.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Als die Grenze fiel Video-Seite öffnen

          August 1989 : Als die Grenze fiel

          Die Welt hat lange stillgestanden an der ungarisch-österreichischen Grenze. Bis zum 19. August 1989. Dann, vor 30 Jahren, platzte zwischen Fertörákos und Mörbisch eine Nahtstelle des Eisernen Vorhangs – mit weitreichenden Folgen für die Region und ganz Europa.

          Topmeldungen

          Ein ICE als Bummelzug : Drei Stunden Frust im Waggon

          Immer wieder bleibt der ICE stehen. Mitten auf der Strecke zwischen Mannheim und Frankfurt. Aber warum? Wegen des Wetters? Wann geht es weiter? Antworten gibt es nicht, die Fahrgäste kommen sich vor wie Schafe.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.